Pressemeldungen - Archiv

Januar 2016

Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke
Das Foto zeigt Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke

Vorhofflimmern - Herzrhythmusstörung Nummer Eins

(18.01.2016) „Einer von 50 Deutschen leidet unter Vorhofflimmern“, sagt Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Allerdings nimmt die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu und nicht jeder weiß, dass er betroffen ist.“

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In das Kirchlinder Krankenhaus kommen Patienten mit Beschwerden, deren Ursache genauer abgeklärt werden soll. Manchmal wird das Vorhofflimmern durch andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Herzklappenerkrankung ausgelöst. Begleiterkrankungen können die Situation vor allem bei älteren Menschen komplizierter machen. Die Entscheidung über die richtige Therapie hängt von vielen Faktoren ab und muss in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.

„Das Vorhofflimmern ist meistens keine akut lebensbedrohliche Erkrankung“, erläutert der Kardiologe, „aber es ist zum einen ein wichtiger Risikofaktor für einen Schlaganfall und zum anderen können begleitende oder auslösende Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen und andere Herzerkrankungen maßgeblich die Gesundheit beeinträchtigen.“

Vorhofflimmern schränkt die Herzleistung mehr oder weniger stark ein. Es muss nicht in jedem Fall behandelt werden. Akute Anfälle können vor allem bei jüngeren Patienten oft zunächst erfolgreich durch eine Kardioversion behoben werden. Dabei wird das Herz durch einen Elektroschock in Kurzzeitnarkose gewissermaßen resettet. Wenn dies nicht anschlägt oder nur vorübergehenden Erfolg hat, gibt es verschiedene Therapieoptionen, deren Vor- und Nachteile genau bedacht sein müssen.

Die Patienten können darüber hinaus selbst einiges tun, um ihre Rhythmusstörung in den Griff zu bekommen. Dr. Nitschke rät zu Sport und Gewichtsregulation: „Allein diese beiden Maßnahmen zeigen bei konsequenter Anwendung oft fast denselben Effekt wie Medikamente.“

Das Foto zeigt Dr. Klaus Schmidt

Auf dem Weg zum Endoprothesenzentrum

(08.01.2016) 1980 wurde eine orthopädische Abteilung mit 48 Betten im Katholischen Krankenhaus Dortmund-West eingerichtet. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, die heute auf über 80 Betten angewachsen ist, nimmt ihr 35-jähriges Jubiläum zum Anlass für eine Vortragsveranstaltung mit anschließender Fragestunde. Am 13.01.2016 informiert Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt über aktuelle Entwicklungen bei der Versorgung mit Knie- und Hüftprothesen.

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Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West ist seit vielen Jahren eine der ersten Adressen für die qualitativ hochwertige Versorgung der Bürger in Dortmund und Umgebung mit Endoprothesen an den großen Gelenken von Hüfte, Knie, Schulter und Ellenbogen sowie am Sprunggelenk. Die Zertifizierung als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung ist in die Wege geleitet.

Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt wird in seinem Vortrag auf neue Materialien für Hüftprothesen eingehen, die verschleißärmer sind und längere Haltbarkeit versprechen. Die Eingriffe an der Hüfte können heute in der Regel mit vergleichsweise kleinen Schnitten so durchgeführt werden, dass sie Muskulatur und Sehnenapparat möglichst wenig beeinträchtigen. Zunehmend kommen Systeme zum Einsatz, die zementfrei montiert werden und trotzdem schnell belastbar sind.

Auch im Bereich der Knieprothesen gibt es Neuentwicklungen bei den Materialien, die allergische Reaktionen des Körpers minimieren. Für den Oberflächenersatz werden heute baukastenartige Systeme angeboten, die an den individuellen Behandlungsbedarf angepasst werden können. Das erlaubt es, die natürlichen Haltefunktionen von Muskeln und Sehnen so weitgehend wie möglich zu erhalten. Teilprothesen beschränken den Ersatz auf die betroffenen Knochenanteile und in bestimmten Fällen können individuell angepasste Prothesen den montagebedingten Knochenverlust weiter einschränken.

Nach dem Vortrag stehen PD Dr. Schmidt und seine Kollegen für Fragen zur Verfügung. Einzelheiten können anhand von anatomischen Modellen erläutert werden und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Das Foto zeigt Dr. Michael Glaßmeyer

Macht Brustkrebs-Screening wirklich Sinn?

(08.01.2016) Zum 16. Mal lädt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer vom St. Rochus-Hospital seine Fachkollegen ein, um sich am 20.01.2016 im Hotel Schloss Goldschmieding über Streitfragen zum Thema Brustkrebs auszutauschen. Im Fokus steht diesmal die Diskussion um Sinn und Unsinn des Brustkrebs-Screening-Programms.

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Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren werden Frauen von ihren Krankenkassen angeschrieben, auf die Brustkrebsrisiken hingewiesen und zu einem Mammographie-Termin beim Radiologen eingeladen. Dort erwartet sie eine Fachangestellte, die die Untersuchung durchführt. Einen Arztkontakt gibt es nicht. Später erhalten sie dann schriftlich eine Befundmitteilung. Diese anonyme Art stößt bei nicht wenigen Frauen auf Ablehnung, meint Dr. Glaßmeyer und plädiert dafür, die Brustkrebsvorsorge wie früher wieder in die Hand der Frauenärzte zu legen.

„Das Problem ist, dass die Frauen mögliche Befunde überhaupt nicht einschätzen können“, erläutert der Brustkrebs-Experte, der mit seiner Klinik Mitglied im Westdeutschen Brustzentrum ist. „Bei Auffälligkeiten werden sie ohne weitere Erläuterung zu einer Kontrolluntersuchung eingeladen, die erst Wochen später terminiert ist. In der Zwischenzeit bleiben sie mit ihren Sorgen und Ängsten vielfach sich selbst überlassen. In vielen Fällen ergibt die Nachuntersuchung dann eine Entwarnung, Manchmal werden weitere Untersuchungen mit erneuter Wartezeit erforderlich. Im Screening werden Tumore gefunden, die zu Lebzeiten nicht auffällig geworden wären. Es werden Therapien durchgeführt, die ohne Vorteile für die Behandelten sind (Übertherapien) und im Verhältnis dazu eine geringe Senkung der Brustkrebssterblichkeit bedeuten.

Natürlich gibt es Studien, die eine Senkung der Gesamtsterblichkeit bei Brustkrebs erwarten lassen, wenn genügend anspruchsberechtigte Frauen mammographiert werden. So kommt eine aktuelle Studie aus Holland zu einem günstigen Ergebnis für das Mammographie-Screening. Auf Basis positiver Daten ist das Screening-Programm ja überhaupt erst eingeführt worden. Der Leiter des örtlichen Mammographie-Programms, der renommierte Radiologe Prof. Dr. Detlef Uhlenbrock, wird auf dem Symposium die Vorteile der Reihenuntersuchung im Kampf gegen die bösartige Tumorerkrankung darlegen. Dabei wird er auch Stellung zu der Frage nehmen müssen, ob die Erwartungen angesichts der niedrigen Teilnahmeraten in Deutschland tatsächlich erreicht werden können.

„Wir müssen uns ernsthaft fragen“, so Dr. Glaßmeyer, „ob es nicht besser wäre, für eine betreute und begleitete Brustkrebsvorsorge beim Frauenarzt zu werben. Die Mammographie stünde als ein Baustein einer an den Bedarf angepassten Stufendiagnostik. Vielen Frauen bliebe es erspart, umsonst in Angst und Schrecken versetzt zu werden. Und wir sollten auch Frauen unter 50 Jahre und Frauen über 70 Jahre, die das wünschen, in die Vorsorge einbeziehen.“