Pressemeldungen - Archiv

Juni 2016

Das Foto zeigt Sabrina Meder-Conrad

Fokus Mangelernährung

(14.06.2016) Die Lukasgesellschaft hat ein Erfassungssystem für Patienten eingeführt, die unzureichend ernährt ins Krankenhaus kommen. Das Pilotprojekt startete Anfang des Jahres im Kath. Krankenhaus Dortmund-West.

Artikel lesen

„Bei uns wird jeder Patient, der über 70 Jahre alt ist und einen Body-Mass-Index (BMI) von unter 20 hat, automatisch im Rahmen des Aufnahmegesprächs nach bestimmten Kriterien über sein Ernährungsverhalten befragt“, erklärt Sabrina Meder-Conrad von der Pflegedienstleitung. „Wenn eine Mangelernährung festgestellt wird, werden die Mechanismen systematisch in Gang gesetzt, von denen wir aus Erfahrungen wissen, dass sie die Situation des Patienten verbessern können.“

Zunächst werden die Diätassistentinnen hinzugezogen und ein Ernährungsplan wird erstellt. Die Ärzte prüfen, ob hochkalorische Speisen angeboten werden sollen. Dann wird ein Ernährungsprotokoll geführt und es gibt eine Verlaufskontrolle bezüglich der Gewichtsentwicklung, der Ausgewogenheit der Ernährung Appetit und Mobilität. „Der Ernährungszustand hat auch großen Einfluss auf die Wundheilung“, erläutert die Pflegedienstleiterin. „Wunden heilen schlecht, wenn man nicht gut ernährt ist. Das gilt besonders für Diabetiker.“

Natürlich wird niemand gegen seinen Willen künstlich ernährt. Die früher übliche bereitwillige und großzügige Verordnung von Sondennahrung ist heute nicht mehr sehr verbreitet. Die Berücksichtigung ethischer Aspekte spielt eine große Rolle. „Es geht uns darum, den Menschen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Die Küche zeigt sich in diesem Zusammenhang sehr flexibel und versucht, so weit wie möglich auch ausgefallene Wünsche zu erfüllen. Bei Wahrnehmungsstörungen, Bewegungseinschränkungen oder Schluckbeschwerden helfen die Pflegenden. Bei Bedarf werden beispielsweise auch Logopäden hinzugezogen.“

Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Marco Sträter und Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie, Privatdozent Dr. Andrej Ring

Versorgung vor Ort

(06.06.2016) „Komplexe, unfallbedingte Knochen- und Weichteilverletzungen mit offenen Wunden, die nur schwer verheilen, benötigen eine Abdeckung mit körpereigenem Gewebe“, sagt Dr. Marco Sträter vom St. Rochus-Hospital. „Wo wir früher Patienten in die Spezialversorgung weitervermitteln mussten, können wir heute dank der Kollegen aus der Plastischen Chirurgie vor Ort eine umfassende Behandlung bieten.“

Artikel lesen

Dabei denkt der Leitende Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie nicht nur an den typischen Motorradunfall, bei dem Knochenbrüche mit großflächigen, zum Teil infizierten Haut- und Weichteilverletzungen einhergehen. Oft sind auch Senioren betroffen, die nach einem Sturz aufgrund von Begleiterkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Diabetes unter Wundheilungsstörungen leiden. Außerdem können Nebenwirkungen beispielsweise blutverdünnender Medikamente das Zuheilen des beschädigten Gewebes beeinträchtigen.

„Über die Versorgung von Knochenbrüchen hinaus muss die Wunde zunächst gereinigt und chirurgisch von beschädigten und infizierten Gewebeteilen befreit werden“, erläutert Dr. Sträter. „Nicht immer ist es anschließend möglich, die Wunde zu nähen, manchmal bleiben schwer oder gar nicht heilende offene Stellen.“

„In solchen Fällen können wir Gewebe, die an anderen Körperstellen entbehrlich sind, verwenden, um die Wunde abzudecken“, erklärt Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring von der Klinik für Plastische Chirurgie. „Wichtig ist, das verpflanzte Gewebe mit mikrochirurgischen Methoden unter der Lupe wieder an das Blutgefäßsystem anzuschließen. Dabei setzen wir auf eine hochauflösende digitale 3D-Visualisierung, die eine außergewöhnlich klare, naturgetreue und enorm scharfe Sicht bei gleichzeitig großem Gesamtüberblick ermöglicht. So können wir feinste Strukturen sicher und präzise mikrochirurgisch rekonstruieren.“