Pressemeldungen - Archiv

November 2016

Das Foto zeigt das Podium des 1. Ruhr Symposiums Plastische Chirurgie mit den Referenten.

Die Kunst der Wiederherstellung

(17.11.2016) Harvey Dent, der Staatsanwalt aus Gotham City verliert bei einem Anschlag eine Gesichtshälfte. Der Film „Dark Knight“ inszeniert dramatisch die Konsequenzen und führt sie dem Publikum vor Augen. Solche Fälle sind spektakulär und selten, aber sie kommen auch in der Wirklichkeit vor.

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Prof. Dr. Neven Olivari, Pionier und Koryphäe der Plastisch-rekonstruktiven Chirurgie, war in seiner Laufbahn nur einmal mit einer extremen unfallbedingten Gesichtsentstellung konfrontiert. Es ist ihm gelungen, das Gesicht seines Patienten zu rekonstruieren. Wie ihm dies gelang, erläuterte er seinen ärztlichen Kollegen beim 1. Ruhr Symposium für Plastische Chirurgie, das Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring von der Lukas Gesellschaft in Dortmund organisiert hat.

Die ersten Versuche zur Wiederherstellung einer defekten Nase sind bereits vor 2600 Jahren in Indien mit Erfolg durchgeführt worden. Den eigentlichen Aufschwung erlebte das damals noch gar nicht etablierte Fachgebiet im 19. Jahrhundert. Nasendefekte und Lippenspalten waren die ersten entstellenden Missbildungen, die von den Plastischen Chirurgen der Anfangszeit korrigiert werden konnten. Die grundlegenden Techniken der Hautverlagerung wurden damals bereits entwickelt – und wieder vergessen.

Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die Methoden mit dem Auftreten neuer Krankheitsbilder wieder aktiviert. Die Medizin ermöglicht seit damals in zunehmendem Maße Operationen, die Menschen mit schweren Erkrankungen ein Weiterleben ermöglichen. Das hat aber manchmal eine Kehrseite. Es gibt beispielsweise Patienten mit Tumorleiden oder Diabetes-Spätfolgen sowie Unfallopfer, die in Folge der oft lebensrettenden medizinischen Eingriffe nicht heilende, offene, entzündete oder infizierte Wunden hinnehmen müssen. Bekannt sind auch die Fälle von Frauen, die im Zuge einer Krebsoperation eine Brust verlieren. Das sind die Patienten, die im Blick der Plastischen Chirurgen stehen. Für sie halten die Experten Verfahren bereit, die Leiden mindern, Körperfunktionen regenerieren und Defekte beheben.

Der Titel des Vortrags von PD Dr. Ring „Von der Lappenplastik zur Supermikrochirurgie“ brachte auf den Punkt, dass das Fach in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung erfahren hat. Standen am Anfang Verschiebungen von Hautpartien aus der Nachbarschaft verletzter Körperstellen, so gehören heute Transplantationen von überflüssigem körpereigenem Gewebe zum Beispiel aus Bauch oder Oberschenkel in verletzte Bereiche zu den anerkannten Verfahren. Für den Erfolg kommt es darauf an, die versorgenden Blutgefäße zu erhalten und wieder neu an den Blutkreislauf anzuschließen.

Die hohe Kunst von PD Dr. Ring und seinen Kollegen besteht darin, diese superfeinen Verbindungen wieder herzustellen. Das geht nur mit einer entsprechenden apparativen Ausstattung. Die Lukas Gesellschaft hat ihrem Spezialisten dafür das modernste Supermikroskop mit Sonderfunktionen zur Verfügung gestellt. PD Dr. Ring ist damit in weitem Umfeld der einzige Spezialist, der über die Voraussetzungen verfügt, um komplizierte gewebeerhaltende Rekonstruktionsverfahren anzubieten.

Dr. Hinrich Böhner und Dr. Christian Szymanski

Viszeralmedizin mit Blick für das Ganze

(14.11.2016) Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse stellen die Verdauungsenzyme bereit, die im Dünndarm benötigt werden. Erkrankungen dieser Organe sind oft komplex und nicht einfach auseinanderzuhalten. Deshalb kommt es darauf an, im Rahmen einer umfassenden Diagnostik die gesamte Organtrias im Auge zu haben.

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„Typische Symptome, die mit Krankheitsbildern von Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse einhergehen, sind unklare Beschwerden im rechten Oberbauch, die in Richtung Schulter ausstrahlen können, eine Gelbfärbung der Haut, unklare Durchfälle, Appetitlosigkeit und ungeplanter Gewichtsverlust“, sagt Chefarzt Dr. Christian Szymanski von der Klinik für Innere Medizin am St. Rochus-Hospital. „Die niedergelassenen Kollegen stellen in der Regel Auffälligkeiten bei den Laborwerten und bei der Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes fest. Auch eine neu auftretende Zuckerkrankheit bedarf weiterer Abklärung. In all diesen Fällen kommen die Patienten zur detaillierten Diagnostik zu uns ins Krankenhaus.“

„Wir haben hier sowohl von der medizinischen Erfahrung als auch von der internistischen und operativen Ausstattung alle Möglichkeiten, um krankhafte Veränderungen zu erkennen und einer geeigneten Therapie zuzuführen“, ergänzt der Viszeralchirurg Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. Das Spektrum der Erkrankungen reicht von Steinleiden über Entzündungen bis hin zu Tumorerkrankungen. Wenn die Krankheiten akut oder bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sind, können mehrere Organsystem zugleich in Mitleidenschaft gezogen sein.

„Unsere Stärke bei der Diagnostik und Therapie komplizierter und manchmal auch lebensbedrohlicher Erkrankungssituationen liegt in der engen Kooperation“, erläutert Dr. Szymanski. „Die gemeinsame Visite von Internisten und Chirurgen bei unklaren Bauchbeschwerden ist eine seit vielen Jahren mit großem Erfolg etablierte Institution.“ „Wir besprechen die Probleme mit unseren Patienten und entscheiden dann, welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist.“

„In der Tumorkonferenz werden darüber hinaus Experten aus weiteren Spezialgebieten hinzugezogen, darunter die Kollegen aus der Onkologie und der Strahlentherapie, sowie gegebenenfalls die Chirurgen aus dem Pankreaszentrum der Lukas Gesellschaft“, sagt Dr. Böhner. Viele Krebsleiden können heute gut behandelt werden. Selbst wenn ein Krebs bereits Metastasen in der Leber gebildet hat, stehen Operationsmethoden zur Verfügung, die sich vielfach bewährt haben.

Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt

EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung

(08.11.2016) Die Fachklinik für Orthopädie und Rheumaorthopädie am Kat. Krankenhaus Dortmund-West ist am 23. August 2016 als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung zertifiziert worden. „Damit ist der Qualitätsstandard, den wir bereits jahrelang praktizieren, jetzt auch durch eine unabhängige Prüfungskommission offiziell bestätigt worden“, sagt Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt.

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PD Dr. Schmidt und sein Team setzen im Jahr 650 Endoprothesen an den großen Gelenken von Hüfte, Knie, Schulter und Ellenbogen sowie am Sprunggelenk ein. An einem Zentrum der Maximalversorgung werden sowohl primäre als auch Wechseloperationen durchgeführt. Das bedeutet, dass Kunstgelenkersatz auch bei höheren Schwierigkeitsgraden, bei stärkeren Deformitäten und Lockerungen von bereits vorhandenen Implantaten angeboten wird. Dabei kann durch Computerunterstützung eine höhere Genauigkeit des Einbaus erzielt werden.

In der orthopädischen Fachklinik kommen moderne Materialien zum Einsatz, die verschleißärmer sind und lange Haltbarkeit erwarten lassen. Neuentwicklungen bei den Materialien minimieren allergische Reaktionen des Körpers. Für spezielle Fälle kann auf die dreidimensionale Rekonstruktion der Gelenke am Computer zurückgegriffen werden. Auf dieser Basis können in enger Kooperation mit den entsprechenden Herstellern maßgefertigte Spezialimplantate angefertigt werden. Teilprothesen beschränken den Ersatz auf die betroffenen Knochenanteile und erlauben es, den Knochenverlust beim Protheseneinbau einzuschränken.

Die operativen Eingriffe können heute in der Regel mit vergleichsweise kleinen Schnitten so durchgeführt werden, dass sie Muskulatur und Sehnenapparat möglichst wenig beeinträchtigen. Die natürlichen Haltefunktionen von Muskeln und Sehnen bleiben so weitgehend erhalten. Zunehmend kommen Systeme zum Einsatz, die zementfrei eingesetzt werden und trotzdem schnell belastbar sind. Eine schnelle Mobilisation und die Wiederherstellung der Alltagskompetenz sind vordringliche Ziele. Im Regelfall dürfen die Patienten ihre Beine sofort voll belasten.

Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel
Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel

Ernährungsunterstützung auch für Diabetiker kein Problem

(02.11.2016) Vanille, Schoko, Erdbeere – die Palette der Ernährung unterstützenden Trinkangebote hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. „Wir setzen bewusst auf gut schmeckende Nahrungsergänzung, um die Lust der Patienten auf ausreichende Ernährung anzuregen“ sagt Sabrina Meder-Conrad von der Pflegedienstleitung am Kath. Krankenhaus Dortmund-West.

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Patienten, die aufgrund ihrer Beschwerden oder ihrer Lebenssituation nur eingeschränkt in der Lage sind, ausreichend Nahrung aufzunehmen, benötigen Hilfestellungen, damit ihr Körper gut versorgt wird. Das ist wichtig, nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für Genesung und Wundheilung. Deshalb verordnen Ärzte bei Bedarf individuelle Ernährungspläne, die beispielsweise zusätzliche Kalorien, Eiweiß oder Ballaststoffe zuführen. Entsprechende Produkte werden von der Zentralapotheke bereitgestellt. Das Pflegepersonal ist geschult, um die Patienten angesichts der Vielfalt der unterschiedlichen zusätzlichen Ernährungsangebote gut beraten zu können.

Das ist auch gut so, denn der Körper kann durch den unerwarteten Nahrungsüberschuss überfordert werden. Betroffen sind insbesondere Diabetiker. Ein zusätzliches Kalorienangebot lässt ihren Blutzucker ansteigen. Die Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel hat diese Patienten besonders im Auge. Sie sorgt für die Anpassung der Insulindosis und berät die Patienten in Bezug auf ihre Ernährungssituation. Bei der Ersteinstellung auf Insulin schult sie die Patienten im Umgang mit dem Pen, dem Gerät zur Selbstversorgung mit dem zuckersenkenden Medikament.

„Dazu gehört natürlich auch die Blutzuckerselbstkontrolle“, sagt Heike Nun-Bötzel. „Leider können wir den Patienten aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen keine Geräte mehr mit auf den Weg nach Hause geben. Aber wir haben selbstverständlich Modellgeräte, mit denen die Patienten die Technik erlernen und einüben können.“