Pressemeldungen - Archiv

April 2017

Das Foto zeigt CA Dr. Thorsten Nitschke und CA Dr. Hinrich Böhner

Gefäßverkalkung

(24.04.2017) „Die Verkalkung der Blutgefäße ist eine Systemerkrankung, die viele Körperregionen in Mitleidenschaft zieht“, sagt der Kardiologe Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Die Gefahr liegt in den Risiken für gravierende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Beinverlust.“

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„Die weit vernetzten, in alle Körperregionen ziehenden Blutgefäße unterliegen genauso wie alle anderen Dinge dieser Welt Alterungsprozessen“, erläutert der Kirchlinder Gefäßchirurg Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. „Das muss der Arzt im Blick haben, wenn Patienten mit Beschwerden kommen, die sich akut zunächst nur durch örtlich begrenzte Symptome bemerkbar machen.“

Am Kirchlinder Krankenhaus ziehen Chirurgen, kardiologische Internisten und Radiologen deshalb an einem Strang, wenn Patienten mit arteriosklerotischen Erkrankungen stationär versorgt werden müssen. Sie nehmen eine abgestimmte, auf das ganze Gefäßsystem bezogene Perspektive bei diagnostischen, therapeutischen und präventiven Maßnahmen ein. Dafür steht ihnen ein umfassendes Spektrum hochwertiger Diagnose- und Behandlungsmethoden inklusive spezieller Ultraschallverfahren, Computertomographie und Kernspintomographie zur Verfügung.

Konkret bedeutet dies zum Beispiel, dass ein Kardiologe schon durch eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader einen deutlichen Hinweis erhalten kann, dass ein Herzleiden durch eine Verkalkung der Herzkranzgefäße ausgelöst sein könnte. Wird eine hochgradige Einengung der Halsschlagader festgestellt, kommt der Gefäßchirurg zum Zug, der die betroffene Arterie bei Bedarf sanieren und so einen drohenden Schlaganfall abwenden kann.

Wenn andererseits Patienten zum Beispiel unter schmerzhaften Durchblutungsstörungen in den Beinen leiden, werden sie nicht nur dort gefäßchirurgisch versorgt, sondern erhalten darüber hinaus Empfehlungen, die ein weiteres Fortschreiten der Gefäßverkalkung verhindern sollen. Solche Maßnahmen haben einen allgemeinen gefäßprotektiven Effekt, der die Betroffenen zugleich präventiv vor erhöhten Risiken für Herzinfarkt oder Schlaganfall schützt.

„Wir therapieren im Kath. Krankenhaus Dortmund-West in dem gemeinsamen Verständnis für die Tatsache, dass ein Patient mit Arterienverkalkung trotz lokal beschränkter Beschwerden unter einer den ganzen Körper betreffenden Erkrankung leidet“, betonen die Chefärzte. „Dabei arbeiten wir nie nur symptomorientiert, sondern darüber hinaus immer auch in präventive Absicht, um dem Patienten absehbare Folgeerkrankungen möglichst zu ersparen.“

Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Andrej Ring beim 17. Castroper Mamma-Meeting. Es darf im Zusammenhang mit diesser Pressemeldung frei verwendet werden.

Gynäkologische Krebsbehandlungen: Unvermeidliche Therapiefolgen müssen nicht hingenommen werden!

(11.04.2017) Trotz aller Erleichterung leiden Frauen nach einer überstandenen Krebsbehandlung oft an unvermeidlichen Therapiefolgen. Zu den häufigen Beschwerden gehören geschwollene Arme oder Beine sowie Asymmetrien der Brüste. Durch die enge Kooperation von Gynäkologen und Plastischen Chirurgen kann das St. Rochus-Hospital krebserkrankten Frauen im nahtlosen Anschluss an die Heilbehandlung korrigierende Therapien anbieten, mit denen auch diese Beschwerden überwunden werden können.

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„Probleme mit Lymphödemen in der Folge einer Brustkrebserkrankung sind zwar rückläufig, weil wir in unserem Brustzentrum mit dem sogenannten Wächterlymphknoten-Verfahren in vielen Fällen deutlich weniger radikal operieren können als früher“, erklärt der Frauenarzt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer. „Trotzdem gibt es nach wie vor fortgeschrittene Erkrankungen, bei denen eine größere Zahl von Lymphknoten entfernt werden muss. Bei Formen von Unterleibkrebs wie Gebärmutter-, Eierstock- oder Endometriumkarzinomen kommt das noch viel häufiger vor. Anschließende Chemo- oder Strahlentherapien geben zwar eine größere Sicherheit vor Rückfällen der Krebserkrankung, beeinträchtigen aber die Problematik der gestörten Lymphsituation zusätzlich. Nicht selten müssen Frauen dann in der Folge der Krebsbehandlung mit Schwierigkeiten beim Lymphabfluss in Armen oder Beinen leben.“

„Lymphgefäße sind sehr klein und schwierig zu rekonstruieren“, erläutert der Plastische Chirurg Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring. „Wir verfügen am St. Rochus-Hospital über eine hervorragende Ausstattung mit hochauflösenden Mikroskopen, die es uns erlauben, supermikrochirurgische Verfahren anzubieten. Sehr bewährt hat sich vor allem die Verpflanzung von Lymphknoten aus anderen Körperregionen. Wir können zum Beispiel entbehrliche Lymphknoten aus dem Dünndarm in die Achselhöhle oder die Leistenregion transplantieren, wo sie unter günstigen Bedingungen anwachsen und ein neues Lymphgeflecht ausbilden können. Wenn die Lymphflüssigkeit wieder abfließen kann, gehen die Schwellungen der Gliedmaßen wieder zurück.“

PD Dr. Ring berichtet darüber hinaus, dass er solche Lymphknoten-Transplantationen inzwischen in bestimmten Fällen auch in Kombination mit der Brustrekonstruktion durchführt. So kann eine operationsbedingte Asymmetrie der beiden Brüste in einem Zug mit der Verbesserung der Lymphabflusssituation behoben werden. Der Chefarzt der Plastischen Chirurgie hat seine Möglichkeiten zur Nachbehandlung von krebserkrankten Frauen Ende März auf dem 17. Castroper Mamma-Meeting den teilnehmenden niedergelassenen Ärzten vorgestellt. Betroffene Frauen sollten sich von ihrem Frauenarzt beraten lassen.