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Juli 2018

Zusammenkunft der Selbsthilfegruppe AdP am St.-Josefs-Hospital mit Herrn Klas von der AdP und CA Prof. Dr. Heiner Wolters

Leben ohne Bauchspeicheldrüse

(03.07.2018) Die Selbsthilfegruppe der Menschen, die nach einer schweren Erkrankung der Bauspeicheldrüse oder einer Operation an der Bauchspeicheldrüse ihr Leben ohne dieses wichtige Verdauungsorgan gestalten müssen, hat sich auf Einladung ihres Regionalvorsitzenden Andreas Klas im Rahmen ihrer regelmäßigen Zusammenkünfte am St.-Josefs-Hospital in Dortmund Hörde über neue Entwicklungen informieren lassen.

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In seinem einleitenden Referat erläuterte Prof. Dr. Heiner Wolters, der Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, den zahlreich angereisten Mitgliedern des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP) den Verlauf einer Behandlung im zertifizierten Pankreaszentrum an der Hörder Klinik. Dabei wies er besonders auf die modernen minimal-invasiven Operationsverfahren hin. In spezialisierten Zentren kann die Bauchspeicheldrüse in geeigneten Fällen über kleine Schnitte in der Bauchdecke entfernt werden. Am St.-Josefs-Hospital können die Patienten darüber hinaus in ausgewählten Situationen von der Robotertechnik profitieren, die es dem behandelnden Arzt erlaubt, besonders präzise und damit gewebeschonend zu operieren.

Die Bauchspeicheldrüse hat wichtige Aufgaben im Körper zu erfüllen. Einerseits werden dort Verdauungsenzyme bereitgestellt und bei Bedarf in den Dünndarm eingeleitet. Darüber hinaus produziert die Bauchspeicheldrüse aber auch Hormone wie zum Beispiel Insulin, die für die Regulation des Stoffwechsels und insbesondere des Blutzuckerspiegels unverzichtbar sind. Wenn sie ausfällt, müssen die betroffenen Patienten bestimmte Einschränkungen in ihrem Lebensalltag bewältigen.

Mit welchen Problemen sie konfrontiert sind und wie sie damit zurechtkommen können, war Thema der weiteren Vorträge. Karin Pate, die Funktionsoberärztin der Diabetesstation am St.-Josefs-Hospital, und Diabetesberaterin Ariane Dürholt gingen insbesondere auf die Störungen des Zuckerstoffwechsels ein, die durch die Entfernung der Bauchspeicheldrüse ausgelöst werden. Sie berichteten von neuen Möglichkeiten im Umgang mit diabetischen Stoffwechselstörungen wie der kontinuierlichen Blutzuckermessung via Smartphone.

Der Viszeralchirurg und Ernährungsmediziner Dr. Matthias Fritz stellte die Vorteile von Nahrungsersatzsstoffen sowie Möglichkeiten zur Vermeidung von Mangelzuständen dar. Krankenhausapotheker Michael Lenke erläuterte die Medikamente, die nach Verlust der Bauchspeicheldrüsenfunktion eingenommen werden müssen, um die Verdauung von Speisen sicherzustellen. Er gab wertvolle Tipps zum alltäglichen Umgang mit den notwendigen Medikamenten. Abschließend gab Bettina Dennison-Wlodek Hinweise auf Entspannungsmethoden, die den Alltag der betroffenen Menschen erheblich erleichtern können. Hier wurde u.a. die Klangschalen-Methode praktisch vorgeführt.

Die Veranstaltung endete mit einem zwanglosen Beisammensein in einem Café am Phoenixsee, wo sich die Betroffenen untereinander austauschen konnten.

Die Selbsthilfegruppe AdP organisiert regelmäßig Informationsveranstaltungen am Dortmunder Pankreaszentrum, die erste Anlaufstelle im östlichen Ruhrgebiet, wo Patienten mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen jederzeit einen kompetenten Ansprechpartner für ihre Probleme finden.