Pressemeldungen - Archiv

2016

Das Foto zeigt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer

Beckenendlage: Was nun?

(20.12.2016) „Das Vorurteil, eine vaginale Entbindung bei Beckenendlage sei gefährlich, hält sich hartnäckig, ist aber so pauschal völlig unbegründet“, sagt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer vom St. Rochus-Hospital. „Unter Ausschluss bestimmter Risikosituationen ist eine natürliche Geburt nach guter Vorbereitung und in Anwesenheit eines erfahrenen Geburtshelfers genauso unproblematisch wie bei einer Kopflage des Kindes.“

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Die Diagnose Beckenendlage wird ab der 36. Schwangerschaftswoche per Ultraschall gestellt. „Die allermeisten Kinder drehen sich von alleine mit dem Kopf in Richtung Geburtskanal, wenn der Termin der Entbindung näher rückt“, erläutert der Frauenarzt. „Nur bei drei bis fünf Prozent der Schwangerschaften befindet sich das Kind kurz vor der Geburt in einer Position mit dem Po voran.“

Für die vaginale Entbindung bei einer Beckenendlage dürfen die Kinder weder zu groß noch zu klein sein. Bei zu kleinen Kindern ist die Vordehnung des Geburtskanals nicht so ausgeprägt, dass ein Risiko für die Kopfpassage ausgeschlossen werden kann. Bei größeren Kindern mit Gewichten unter neun Pfund und wenn keine mütterlichen Risiken wie schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen, kann jede Frau, die das möchte, ihr Kind auf natürlichem Wege zur Welt bringen.

Die verbreitete Sorge, eine Beckenendlage sei unnatürlich und erfordere grundsätzlich einen Kaiserschnitt, geht auf alte Argumente zurück, die heute nicht mehr haltbar sind. „Wir werden in unserer Klinik dieses Jahr neunhundert Geburten verzeichnen können, zweihundert mehr als noch im vergangenen Jahr“, berichtet Chefarzt Dr. Glaßmeyer. „In weit mehr als der Hälfte der Fälle aller Beckenendlagen können wir den Frauen, die das möchten, mit gutem Gewissen eine vaginale Entbindung empfehlen.“

Das Foto zeigt Chefarzt Dr. Hinrich Böhner

Divertikel-Krankheit

(05.12.2016) "Divertikel sind krankhafte Veränderungen an der Darmwand, die mit Entzündungsprozessen einhergehen können. Sie gehören zu den weit verbreiteten Ursachen von Bauchbeschwerden", sagt Chefarzt Dr. Hinrich Böhner vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. "Wir beobachten, dass immer öfter auch junge Menschen betroffen sind, bei denen niemand mit Divertikeln rechnet. Zudem stellen wir immer häufiger fest, dass sich die Symptome untypisch verlagern."

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Im Akutfall kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein, wie beispielsweise erst vor Kurzem bei einem 28-jährigen Patienten, der bereits mit einer Bauchfellentzündung nach Darmdurchbruch in das Kath. Krankenhaus Dortmund-West kam. Er musste schnell operiert werden. Vorübergehend wurde ein künstlicher Darmausgang gelegt, der inzwischen erfolgreich zurückverlagert werden konnte. In solchen Notfällen ist rasche und kompetente Hilfe lebenswichtig. In der Notaufnahme der Kirchlinder Klinik stehen deshalb immer Fachärzte bereit, um Bauchbeschwerden per Ultraschall, Darmspiegelung oder Computertomographie zu diagnostizieren. Wenn es darauf ankommt, kann jederzeit eine Operation anberaumt werden.

„In den meisten Fällen muss aber nicht sofort operiert werden“, erklärt der Viszeralchirurg. „Vor wenigen Tagen haben wir zum Beispiel einen 39-jährigen Patienten behandelt, der vor sechs Wochen mit Bauchbeschwerden in die Klinik kam. Nachdem eine akute Entzündung als Ursache feststand, konnte er zunächst mit einer Antibiotika-Therapie und einer Ernährungsumstellung nach Hause entlassen werden. Auf unserer Bauchstation werden solche Therapieentscheidungen im interdisziplinären Team getroffen. Internisten und Chirurgen beurteilen die Situation des Patienten gemeinsam und beraten über die beste Therapiestrategie. Als die schwere Entzündung abgeklungen war, konnte der betroffene Darmabschnitt des Patienten dann im Zuge einer Schlüsselloch-Operation entfernt werden. Solche laparoskopischen Eingriffe sind heute die Regel. Es werden nur kleine Schnitte benötigt, die gut und kaum sichtbar verheilen. Die Patienten sind schnell wieder auf den Beinen.“

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht erst zum Notfall kommt. Patienten, die oft unter entzündungsbedingten Bauchbeschwerden leiden, sollten sich beizeiten beraten lassen, ob bei ihnen ein operativer Eingriff sinnvoll ist. Dann kann gegebenenfalls in aller Ruhe der richtige Zeitpunkt geplant werden, um mit einer vergleichsweise wenig belastenden Operation den immer wiederkehrenden Bauchschmerzen ein Ende zu bereiten.

Das Foto zeigt das Podium des 1. Ruhr Symposiums Plastische Chirurgie mit den Referenten.

Die Kunst der Wiederherstellung

(17.11.2016) Harvey Dent, der Staatsanwalt aus Gotham City verliert bei einem Anschlag eine Gesichtshälfte. Der Film „Dark Knight“ inszeniert dramatisch die Konsequenzen und führt sie dem Publikum vor Augen. Solche Fälle sind spektakulär und selten, aber sie kommen auch in der Wirklichkeit vor.

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Prof. Dr. Neven Olivari, Pionier und Koryphäe der Plastisch-rekonstruktiven Chirurgie, war in seiner Laufbahn nur einmal mit einer extremen unfallbedingten Gesichtsentstellung konfrontiert. Es ist ihm gelungen, das Gesicht seines Patienten zu rekonstruieren. Wie ihm dies gelang, erläuterte er seinen ärztlichen Kollegen beim 1. Ruhr Symposium für Plastische Chirurgie, das Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring von der Lukas Gesellschaft in Dortmund organisiert hat.

Die ersten Versuche zur Wiederherstellung einer defekten Nase sind bereits vor 2600 Jahren in Indien mit Erfolg durchgeführt worden. Den eigentlichen Aufschwung erlebte das damals noch gar nicht etablierte Fachgebiet im 19. Jahrhundert. Nasendefekte und Lippenspalten waren die ersten entstellenden Missbildungen, die von den Plastischen Chirurgen der Anfangszeit korrigiert werden konnten. Die grundlegenden Techniken der Hautverlagerung wurden damals bereits entwickelt – und wieder vergessen.

Erst in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden die Methoden mit dem Auftreten neuer Krankheitsbilder wieder aktiviert. Die Medizin ermöglicht seit damals in zunehmendem Maße Operationen, die Menschen mit schweren Erkrankungen ein Weiterleben ermöglichen. Das hat aber manchmal eine Kehrseite. Es gibt beispielsweise Patienten mit Tumorleiden oder Diabetes-Spätfolgen sowie Unfallopfer, die in Folge der oft lebensrettenden medizinischen Eingriffe nicht heilende, offene, entzündete oder infizierte Wunden hinnehmen müssen. Bekannt sind auch die Fälle von Frauen, die im Zuge einer Krebsoperation eine Brust verlieren. Das sind die Patienten, die im Blick der Plastischen Chirurgen stehen. Für sie halten die Experten Verfahren bereit, die Leiden mindern, Körperfunktionen regenerieren und Defekte beheben.

Der Titel des Vortrags von PD Dr. Ring „Von der Lappenplastik zur Supermikrochirurgie“ brachte auf den Punkt, dass das Fach in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung erfahren hat. Standen am Anfang Verschiebungen von Hautpartien aus der Nachbarschaft verletzter Körperstellen, so gehören heute Transplantationen von überflüssigem körpereigenem Gewebe zum Beispiel aus Bauch oder Oberschenkel in verletzte Bereiche zu den anerkannten Verfahren. Für den Erfolg kommt es darauf an, die versorgenden Blutgefäße zu erhalten und wieder neu an den Blutkreislauf anzuschließen.

Die hohe Kunst von PD Dr. Ring und seinen Kollegen besteht darin, diese superfeinen Verbindungen wieder herzustellen. Das geht nur mit einer entsprechenden apparativen Ausstattung. Die Lukas Gesellschaft hat ihrem Spezialisten dafür das modernste Supermikroskop mit Sonderfunktionen zur Verfügung gestellt. PD Dr. Ring ist damit in weitem Umfeld der einzige Spezialist, der über die Voraussetzungen verfügt, um komplizierte gewebeerhaltende Rekonstruktionsverfahren anzubieten.

Dr. Hinrich Böhner und Dr. Christian Szymanski

Viszeralmedizin mit Blick für das Ganze

(14.11.2016) Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse stellen die Verdauungsenzyme bereit, die im Dünndarm benötigt werden. Erkrankungen dieser Organe sind oft komplex und nicht einfach auseinanderzuhalten. Deshalb kommt es darauf an, im Rahmen einer umfassenden Diagnostik die gesamte Organtrias im Auge zu haben.

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„Typische Symptome, die mit Krankheitsbildern von Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse einhergehen, sind unklare Beschwerden im rechten Oberbauch, die in Richtung Schulter ausstrahlen können, eine Gelbfärbung der Haut, unklare Durchfälle, Appetitlosigkeit und ungeplanter Gewichtsverlust“, sagt Chefarzt Dr. Christian Szymanski von der Klinik für Innere Medizin am St. Rochus-Hospital. „Die niedergelassenen Kollegen stellen in der Regel Auffälligkeiten bei den Laborwerten und bei der Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes fest. Auch eine neu auftretende Zuckerkrankheit bedarf weiterer Abklärung. In all diesen Fällen kommen die Patienten zur detaillierten Diagnostik zu uns ins Krankenhaus.“

„Wir haben hier sowohl von der medizinischen Erfahrung als auch von der internistischen und operativen Ausstattung alle Möglichkeiten, um krankhafte Veränderungen zu erkennen und einer geeigneten Therapie zuzuführen“, ergänzt der Viszeralchirurg Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. Das Spektrum der Erkrankungen reicht von Steinleiden über Entzündungen bis hin zu Tumorerkrankungen. Wenn die Krankheiten akut oder bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sind, können mehrere Organsystem zugleich in Mitleidenschaft gezogen sein.

„Unsere Stärke bei der Diagnostik und Therapie komplizierter und manchmal auch lebensbedrohlicher Erkrankungssituationen liegt in der engen Kooperation“, erläutert Dr. Szymanski. „Die gemeinsame Visite von Internisten und Chirurgen bei unklaren Bauchbeschwerden ist eine seit vielen Jahren mit großem Erfolg etablierte Institution.“ „Wir besprechen die Probleme mit unseren Patienten und entscheiden dann, welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist.“

„In der Tumorkonferenz werden darüber hinaus Experten aus weiteren Spezialgebieten hinzugezogen, darunter die Kollegen aus der Onkologie und der Strahlentherapie, sowie gegebenenfalls die Chirurgen aus dem Pankreaszentrum der Lukas Gesellschaft“, sagt Dr. Böhner. Viele Krebsleiden können heute gut behandelt werden. Selbst wenn ein Krebs bereits Metastasen in der Leber gebildet hat, stehen Operationsmethoden zur Verfügung, die sich vielfach bewährt haben.

Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt

EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung

(08.11.2016) Die Fachklinik für Orthopädie und Rheumaorthopädie am Kat. Krankenhaus Dortmund-West ist am 23. August 2016 als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung zertifiziert worden. „Damit ist der Qualitätsstandard, den wir bereits jahrelang praktizieren, jetzt auch durch eine unabhängige Prüfungskommission offiziell bestätigt worden“, sagt Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt.

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PD Dr. Schmidt und sein Team setzen im Jahr 650 Endoprothesen an den großen Gelenken von Hüfte, Knie, Schulter und Ellenbogen sowie am Sprunggelenk ein. An einem Zentrum der Maximalversorgung werden sowohl primäre als auch Wechseloperationen durchgeführt. Das bedeutet, dass Kunstgelenkersatz auch bei höheren Schwierigkeitsgraden, bei stärkeren Deformitäten und Lockerungen von bereits vorhandenen Implantaten angeboten wird. Dabei kann durch Computerunterstützung eine höhere Genauigkeit des Einbaus erzielt werden.

In der orthopädischen Fachklinik kommen moderne Materialien zum Einsatz, die verschleißärmer sind und lange Haltbarkeit erwarten lassen. Neuentwicklungen bei den Materialien minimieren allergische Reaktionen des Körpers. Für spezielle Fälle kann auf die dreidimensionale Rekonstruktion der Gelenke am Computer zurückgegriffen werden. Auf dieser Basis können in enger Kooperation mit den entsprechenden Herstellern maßgefertigte Spezialimplantate angefertigt werden. Teilprothesen beschränken den Ersatz auf die betroffenen Knochenanteile und erlauben es, den Knochenverlust beim Protheseneinbau einzuschränken.

Die operativen Eingriffe können heute in der Regel mit vergleichsweise kleinen Schnitten so durchgeführt werden, dass sie Muskulatur und Sehnenapparat möglichst wenig beeinträchtigen. Die natürlichen Haltefunktionen von Muskeln und Sehnen bleiben so weitgehend erhalten. Zunehmend kommen Systeme zum Einsatz, die zementfrei eingesetzt werden und trotzdem schnell belastbar sind. Eine schnelle Mobilisation und die Wiederherstellung der Alltagskompetenz sind vordringliche Ziele. Im Regelfall dürfen die Patienten ihre Beine sofort voll belasten.

Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel
Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel

Ernährungsunterstützung auch für Diabetiker kein Problem

(02.11.2016) Vanille, Schoko, Erdbeere – die Palette der Ernährung unterstützenden Trinkangebote hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. „Wir setzen bewusst auf gut schmeckende Nahrungsergänzung, um die Lust der Patienten auf ausreichende Ernährung anzuregen“ sagt Sabrina Meder-Conrad von der Pflegedienstleitung am Kath. Krankenhaus Dortmund-West.

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Patienten, die aufgrund ihrer Beschwerden oder ihrer Lebenssituation nur eingeschränkt in der Lage sind, ausreichend Nahrung aufzunehmen, benötigen Hilfestellungen, damit ihr Körper gut versorgt wird. Das ist wichtig, nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für Genesung und Wundheilung. Deshalb verordnen Ärzte bei Bedarf individuelle Ernährungspläne, die beispielsweise zusätzliche Kalorien, Eiweiß oder Ballaststoffe zuführen. Entsprechende Produkte werden von der Zentralapotheke bereitgestellt. Das Pflegepersonal ist geschult, um die Patienten angesichts der Vielfalt der unterschiedlichen zusätzlichen Ernährungsangebote gut beraten zu können.

Das ist auch gut so, denn der Körper kann durch den unerwarteten Nahrungsüberschuss überfordert werden. Betroffen sind insbesondere Diabetiker. Ein zusätzliches Kalorienangebot lässt ihren Blutzucker ansteigen. Die Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel hat diese Patienten besonders im Auge. Sie sorgt für die Anpassung der Insulindosis und berät die Patienten in Bezug auf ihre Ernährungssituation. Bei der Ersteinstellung auf Insulin schult sie die Patienten im Umgang mit dem Pen, dem Gerät zur Selbstversorgung mit dem zuckersenkenden Medikament.

„Dazu gehört natürlich auch die Blutzuckerselbstkontrolle“, sagt Heike Nun-Bötzel. „Leider können wir den Patienten aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen keine Geräte mehr mit auf den Weg nach Hause geben. Aber wir haben selbstverständlich Modellgeräte, mit denen die Patienten die Technik erlernen und einüben können.“

Das Bild zeigt die Hygienefachkräfte Silvia Ruhland und Jasmin Kochanski sowie Chefarzt Dr. med. Hinrich Böhner.

Händedesinfektion: Wie man es richtig macht

(19.10.2016) Herbstzeit ist Keimzeit. Grippe und Erkältungskrankheiten haben Hochsaison. Die Hygienefachkräfte der Kath. St. Lukas Gesellschaft nehmen dies zum Anlass und laden zu einer Schulung in Sachen Händehygiene ans St. Rochus-Hospital ein.

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„Händedesinfektion ist das beste Mittel, um die Übertragung von grippalen und viralen Infekten zu verhindern“, sagt die zuständige Mitarbeiterin der Klinik, Silvia Ruhland. „Das hilft aber nur, wenn man es auch richtig macht. Auf die richtige Einreibetechnik kommt es an. Sonst überleben Keime in den schwerer zugänglichen Nischen zwischen den Fingern. Am Aktionstag zeigen wir den Besuchern mit Schwarzlicht, in welchen Ecken sich die Keime verstecken.“

Die Akzeptanz der überall im Krankenhaus präsenten Spender für Desinfektionsmittel hat in den letzten Jahren merklich zugenommen. Regelmäßig nutzten die Besucher sowohl bei der Ankunft als auch beim Verlassen des Hauses die Möglichkeit, sich und andere vor verschleppten Keimen zu schützen. Niemand kann und will sich heute noch damit herausreden, nicht Bescheid zu wissen. Das zeigt sich unter anderem beim Verbrauch von Desinfektionsmitteln, der ständig weiter zunimmt.

Die Schulung der Mitarbeiter in Hygienefragen gehört zu den Selbstverständlichkeiten im Krankenhausalltag. Auf jeder Station gibt es hygienebeauftragte Mitarbeiter. Spender sind allerorten verfügbar. Zusätzlich können die Mitarbeiter Kittelflaschen verwenden, die es ihnen erlauben, Händedesinfektionsmittel immer bei sich zu haben.

Die Hygienefachkräfte Frau Ruhland und Frau Kochanski freuen sich auf viele Teilnehmer an ihrem Aktionstag „Händedesinfektion – aber richtig“ Er findet am 24.10.2016 um 14:00 Uhr im Konferenzraum 2 des St. Rochus-Hospital statt.

Nach dem Motto „Vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen!“ bekommt jeder, der mitmacht, Kaffee und Kuchen. Dabei zeigen wir mit Videos, wie Keime unsichtbar von Hand zu Hand und von Klinke zu Klinke wandern und sich unbemerkt verbreiten können.

Dr. med. Ralf Kötter

Schluckbeschwerden

(10.10.2016) „Viele Menschen kommen mit Schluckbeschwerden in die Klinik“, berichtet Chefarzt Dr. Ralf Kötter vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Es handelt sich um ein verbreitetes Beschwerdebild, das vielfältige Ursachen haben kann.“

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Die Ärzte der Klinik für Innere Medizin am Kirchlinder Krankenhaus verfügen über die diagnostischen Möglichkeiten und die nötige Erfahrung, um schnell und zielführend festzustellen, was im Einzelfall den reibungslosen Durchgang der Nahrung durch die Speiseröhre verhindert. Engstellen in Folge von Sodbrennen oder Tumorerkrankungen sind dabei eine naheliegende Behinderung, aber bei weitem nicht die einzige in Frage kommende Erkrankung.

Nicht selten leiden Patienten unter Funktionsstörungen. Das kann beispielsweise bedeuten, dass die Peristaltik der Speiseröhrenwand zu stark oder zu schwach ausgeprägt ist. Beides kann den Vortrieb in Richtung Magen erheblich erschweren oder gar unmöglich machen. In anderen Fällen wird die Passage durch eine Funktionsstörung des Schließmuskel blockiert, der am Ende der Speiseröhre das Aufsteigen von Magensäure verhindert.

„Wir schauen bei dem betroffenen Patienten den Schluckvorgang mit Kontrastmittel im Röntgen an. Zudem untersuchen wir endoskopisch, ob wir Veränderungen der Speiseröhre entdecken können“, sagt Dr. Kötter. „In diesem Zusammenhang werden oft auch gleich Gewebeproben entnommen, deren Analyse Hinweise auf äußerlich unauffällige Krankheitsbilder liefern können. Wenn dies nicht zu einem Ergebnis führt, erstellen wir mit einem hochempfindlichen Messgerät ein Profil des Druckaufbaus der Muskulatur in der Speiseröhre. So erhalten wir sehr genaue Informationen über Fehlfunktionen beim Schlucken.“

Oft reagieren die Menschen auf Schluckbeschwerden mit ausweichendem Verhalten. Sie passen ihre Essgewohnheiten an und kommen so eine Weile mit ihrem Problem zurecht. „Das ist aber keine gute Lösung“, betont Dr. Kötter. „Es gibt das Risiko einer ernsthaften Erkrankung, Je eher klar ist, woran der Patient leidet, desto besser kann ihm geholfen werden.“

Das Foto zeigt CA Dr. Michael Glaßmeyer.

Auch bei der Geburt ist die Frau selbstbestimmt!

(12.09.2016) „Wir bieten allen werdenden Müttern an, die Geburt nach ihren Vorstellungen zu gestalten“, sagt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer vom St. Rochus-Hospital. „Dabei ist der Wunsch nach besonderen Formen der vaginalen Entbindung wie zum Beispiel einer Wassergeburt oder der Wunsch, auch bei Beckenendlage spontan zu entbinden, für uns ebenso selbstverständlich wie ein geplanter Kaiserschnitt.“

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Es ist eine Tatsache, dass die Kaiserschnittrate in Deutschland zwischen 1990 bis 2013 von 15 auf 30 Prozent gestiegen ist. Sie liegt damit klar über dem Limit von 15 Prozent, das nach Auffassung der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht überschritten werden sollte. Schaut man etwas genauer hin, stellt man fest, dass bei uns die Anzahl der geplanten Kaiserschnitte mittlerweile leicht zurückgeht. Dafür steigt die Anzahl der ungeplanten notfallmäßigen Kaiserschnitte mit ihren Risiken für Mutter und Kind an.

Diese Entwicklung erscheint in den Augen von Dr. Glaßmeyer eher problematisch. „Es scheint einen gesellschaftlichen Druck zu geben, auch unter Berufung auf die WHO, die nur die vaginale Entbindung für gerechtfertigt hält“, sagt er. „Obwohl nicht erkennbar ist, wie die WHO ihre Position begründet, werden Frauen, die sich nicht aus einem sofort ersichtlichen Grund für einen Kaiserschnitt entscheiden, mittlerweile diskreditiert. Ganz so, als sei die vaginale Geburt, die ja nicht immer ein positives Geburtserlebnis bietet, sondern auch ihre Risiken und ihre Beschwerlichkeit hat, das unabdingbare Maß aller Dinge.“

Es gibt klare medizinische Kriterien, die nach angemessener Risikoaufklärung einen geplanten Kaiserschnitt rechtfertigen. Dazu gehören zum Beispiel komplizierte Beckenendlagen, ein Mutterkuchen vor dem Geburtskanal oder höhergradige Mehrlingsgeburten. „Darüber hinaus gibt es Gründe, die in den Leitlinien und Lehrbüchern außer Acht gelassen werden“, betont Dr. Glaßmeyer. „Die Angst vor der vaginalen Entbindung oder eine schlechte Erfahrung bei vorausgehenden Geburten ist ebenso berechtigt wie der Wunsch nach einer natürlichen Geburt. Das Selbstbestimmungsrecht der Frau darf in diesem Fall nicht negativ bewertet werden. Sie alleine muss das Kind zur Welt bringen und sie bestimmt selbst, wie dies vonstattengehen soll.“

Die Klinik für Geburtshilfe veranstaltet regelmäßig Informationsabende zur Geburtsplanung. Dabei erfolgt auch eine Aufklärung über den geplanten Kaiserschnitt, der ja als operativer Baucheingriff durchaus mit Risiken behaftet ist. Bei der Geburtsplanung werden die individuellen Vorstellungen der Frau berücksichtigt. Dabei werden die Aufklärungsunterlagen ausgehändigt, die die Frauen zuhause in Ruhe lesen können. Beim Folgetermin werden noch offene Fragen besprochen. „Auch nach einem geplanten Kaiserschnitt ergreifen wir Maßnahmen die die frühzeitige Bindung zwischen Mutter und Kind sowie den Milcheinfluss unterstützen und stärken.“

Das Foto zeigt OA Dr. Thorsten Nitschke

Ventilstörung an der Kreislaufpumpe

(12.09.2016) „Herzklappen sind Ventile, deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen, dass der Blutstrom in der richtigen Richtung durch das Herz gepumpt wird“, sagt Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Im Laufe des Lebens unterliegen sie starken Belastungen. Fortgeschrittene Herzklappenerkrankungen mindern die Lebensqualität und reduzieren die Lebenserwartung.“

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Herzklappen, die nicht mehr ordentlich schließen, vermindern die Herzleistung. Bei einer Herzklappenverengung öffnet die Klappe nicht vollständig, das Herz muss das Blut unter Mehrarbeit durch die Herzklappe pressen. Ursachen sind Verschleißerscheinungen und Erkrankungen am Herzen, die langsam fortschreiten und kaum bemerkt werden, solange sie noch nicht sehr ausgeprägt sind. Wenn aber die Funktion der Herzklappe deutlich gestört ist, treten Beschwerden auf. Die Patienten leiden dann zunehmend unter Symptomen wie Luftnot bei Belastung, Schwellung der Beine, Herzrhythmusstörungen oder plötzlichen Schwächeanfällen bis hin zum vorübergehenden Bewusstseinsverlust.

„Die Symptome der Erkrankung hängen davon ab, inwieweit welche Herzklappe beeinträchtigt ist“, erklärt der Chefarzt der Inneren Medizin des Kirchlinder Krankenhauses. Am häufigsten treten Verengungen der Aortenklappe, der Herzklappe zwischen Hauptschlagader und linker Herzkammer, auf. Zweithäufigster Klappenfehler ist die Mitralklappeninsuffizienz. Hierbei handelt es sich um eine Undichtigkeit der Herzklappe zwischen linker Vor- und Hauptkammer, die oft auf einer Größenveränderung des Herzens beruht. „In jedem Fall“, so der Kardiologe, „geht es zunächst einmal darum, genau festzustellen, welche Art von Erkrankung vorliegt. Wenn wir dieses wissen, beraten wir gemeinsam mit dem Patienten, welche Behandlung in seinem Fall angemessen ist. In vielen Fällen hilft bereits eine medikamentöse Therapie. Manchmal lässt sich eine Operation oder eine Katheterbehandlung nicht vermeiden.“

Die Diagnose wird durch spezielle Untersuchungen des Patienten gestellt. Standardmethode ist die Echokardiographie, die Ultraschalluntersuchung des Herzens. Im Kath. Krankenhaus Dortmund-West kann zusätzlich eine Echokardiographie von innen, über die Speiseröhre, oder auch die funktionale Untersuchung des Herzen im Kernspintomographen (Herz-MRT) durchgeführt werden. „Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, um in der Regel in aller Ruhe die im Einzelfall erforderlichen Therapiemaßnahmen in die Wege zu leiten“, sagt Dr. Nitschke.