Pressemeldungen

Das Foto zeigt CA Dr. Hinrich Böhner

Gallensteine - Zögern hat keinen Zweck

(04.07.2016) "Wenn die Gallenblase Beschwerden macht, dann muss sie entfernt werden", rät Chefarzt Dr. Hinrich Böhner vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. "Immer wieder stelle ich gerade in Dortmund fest, dass die Menschen zu lange warten und unnötige Komplikationen riskieren."

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Die Gallenblase speichert Sekrete der Leber, bevor sie bei Bedarf in den Dünndarm abgegeben werden. Die hochkonzentrierte Gallenflüssigkeit enthält Salze, die unter ungünstigen Umständen Kristalle bilden. Dabei entstehen die Gallensteine, die für Beschwerden und Schmerzen verantwortlich sind. Der Körper kann ohne Probleme auf die Gallenblase verzichten. Der Chirurg kann sie samt den Steinen über einen kleinen Bauchschnitt entfernen und so dem Patienten Beschwerdefreiheit verschaffen.

"Schwieriger wird es, wenn ältere Menschen kommen, die gesundheitlich nicht mehr so gut zurecht sind und Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose mitbringen", sagt Dr. Böhner. "All dies sind Umstände, die kompliziertere Befunde ergeben, die schwerer zu behandeln sind. Das wäre vermeidbar, wenn die Patienten gleich kämen, sobald sie Schmerzen haben."

Gallenbeschwerden werden nicht von alleine besser. Im Gegenteil, sie kommen wieder und werden schlimmer. "Wer sich zwei oder drei Jahre lang mit wiederkehrenden Schmerzen plagt, riskiert nur Komplikationen und verschiebt die Operation auf einen Zeitpunkt, an dem sie altersbedingt mit einer größeren Belastung einher geht", betont Dr. Böhner. "Umso jünger der Patient, desto unkomplizierter der Eingriff. Für jeden, der noch mehr als zwanzig Jahre seines Lebens vor sich hat, lohnt sich die Operation in jedem Fall."

Das Foto zeigt Sabrina Meder-Conrad

Fokus Mangelernährung

(14.06.2016) Die Lukasgesellschaft hat ein Erfassungssystem für Patienten eingeführt, die unzureichend ernährt ins Krankenhaus kommen. Das Pilotprojekt startete Anfang des Jahres im Kath. Krankenhaus Dortmund-West.

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„Bei uns wird jeder Patient, der über 70 Jahre alt ist und einen Body-Mass-Index (BMI) von unter 20 hat, automatisch im Rahmen des Aufnahmegesprächs nach bestimmten Kriterien über sein Ernährungsverhalten befragt“, erklärt Sabrina Meder-Conrad von der Pflegedienstleitung. „Wenn eine Mangelernährung festgestellt wird, werden die Mechanismen systematisch in Gang gesetzt, von denen wir aus Erfahrungen wissen, dass sie die Situation des Patienten verbessern können.“

Zunächst werden die Diätassistentinnen hinzugezogen und ein Ernährungsplan wird erstellt. Die Ärzte prüfen, ob hochkalorische Speisen angeboten werden sollen. Dann wird ein Ernährungsprotokoll geführt und es gibt eine Verlaufskontrolle bezüglich der Gewichtsentwicklung, der Ausgewogenheit der Ernährung Appetit und Mobilität. „Der Ernährungszustand hat auch großen Einfluss auf die Wundheilung“, erläutert die Pflegedienstleiterin. „Wunden heilen schlecht, wenn man nicht gut ernährt ist. Das gilt besonders für Diabetiker.“

Natürlich wird niemand gegen seinen Willen künstlich ernährt. Die früher übliche bereitwillige und großzügige Verordnung von Sondennahrung ist heute nicht mehr sehr verbreitet. Die Berücksichtigung ethischer Aspekte spielt eine große Rolle. „Es geht uns darum, den Menschen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Die Küche zeigt sich in diesem Zusammenhang sehr flexibel und versucht, so weit wie möglich auch ausgefallene Wünsche zu erfüllen. Bei Wahrnehmungsstörungen, Bewegungseinschränkungen oder Schluckbeschwerden helfen die Pflegenden. Bei Bedarf werden beispielsweise auch Logopäden hinzugezogen.“

Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Dr. Marco Sträter und Chefarzt der Klinik für Plastische Chirurgie, Privatdozent Dr. Andrej Ring

Versorgung vor Ort

(06.06.2016) „Komplexe, unfallbedingte Knochen- und Weichteilverletzungen mit offenen Wunden, die nur schwer verheilen, benötigen eine Abdeckung mit körpereigenem Gewebe“, sagt Dr. Marco Sträter vom St. Rochus-Hospital. „Wo wir früher Patienten in die Spezialversorgung weitervermitteln mussten, können wir heute dank der Kollegen aus der Plastischen Chirurgie vor Ort eine umfassende Behandlung bieten.“

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Dabei denkt der Leitende Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie nicht nur an den typischen Motorradunfall, bei dem Knochenbrüche mit großflächigen, zum Teil infizierten Haut- und Weichteilverletzungen einhergehen. Oft sind auch Senioren betroffen, die nach einem Sturz aufgrund von Begleiterkrankungen wie Durchblutungsstörungen oder Diabetes unter Wundheilungsstörungen leiden. Außerdem können Nebenwirkungen beispielsweise blutverdünnender Medikamente das Zuheilen des beschädigten Gewebes beeinträchtigen.

„Über die Versorgung von Knochenbrüchen hinaus muss die Wunde zunächst gereinigt und chirurgisch von beschädigten und infizierten Gewebeteilen befreit werden“, erläutert Dr. Sträter. „Nicht immer ist es anschließend möglich, die Wunde zu nähen, manchmal bleiben schwer oder gar nicht heilende offene Stellen.“

„In solchen Fällen können wir Gewebe, die an anderen Körperstellen entbehrlich sind, verwenden, um die Wunde abzudecken“, erklärt Chefarzt Privatdozent Dr. Andrej Ring von der Klinik für Plastische Chirurgie. „Wichtig ist, das verpflanzte Gewebe mit mikrochirurgischen Methoden unter der Lupe wieder an das Blutgefäßsystem anzuschließen. Dabei setzen wir auf eine hochauflösende digitale 3D-Visualisierung, die eine außergewöhnlich klare, naturgetreue und enorm scharfe Sicht bei gleichzeitig großem Gesamtüberblick ermöglicht. So können wir feinste Strukturen sicher und präzise mikrochirurgisch rekonstruieren.“

Das Foto zeigt CA Dr. Ralf Kötter

Typ 2-Diabetes: Individuelle Therapie für ein sorgenfreies Leben

(12.05.2015) „Die Patienten mit Diabetes mellitus werden immer jünger“, stellt der Diabetologe Chefarzt Dr. Ralf Kötter vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West fest. „Die Bezeichnung Altersdiabetes ist deshalb längst irreführend geworden: Unter den Betroffenen finden sich zunehmend junge Erwachsene und sogar Jugendliche.“

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Die Ärzte im Krankenhaus kümmern sich um die medikamentöse Ersteinstellung, die Anpassung bzw. Umstellung bestehender Therapien sowie die Akutversorgung bei Über- oder Unterzuckerung. „Heute kommt es vor allem darauf an, die individuelle Situation des Patienten in Rechnung zu stellen und eine jeweils auf den Einzelfall zugeschnittene Therapie anzubieten“, sagt Dr. Kötter. Dabei werden die Möglichkeiten der Behandlung immer komplexer. Neue Medikamente erlauben individuell abgestimmte Behandlungen, die nachhaltigen Erfolg versprechen und Risiken wie Unterzuckerungen, Herzprobleme, Nervenschädigungen oder Nierenversagen besser kontrollierbar machen.

„Wir beraten mit dem Patienten gemeinsam, welche Strategien zur Vermeidung von Folgeerkrankungen vor dem Hintergrund seiner Lebenssituation, seiner Begleiterkrankungen, seines Alters und seiner Wunschvorstellungen am besten für ihn geeignet sind“, erläutert der Diabetologe. „Es gibt keine Patentrezepte. Wir können je nach Bedarf verschiedene Medikamente oder Medikamentenkombinationen anbieten. Insulingabe ist möglich und kann in unterschiedlichen Darreichungsformen angewendet werden. Es gibt aber auch insulinfreie Therapiemöglichkeiten.“

Die Kirchlinder Klinik ist besonders darauf eingestellt, Patienten zu versorgen, die mit Diabetes oder Diabetes als Begleiterkrankung kommen. Dafür steht mit Chefarzt Dr. Kötter ein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgewiesener Experte zur Verfügung. Neben der Diabetesberaterin achten auf jeder Station zwei speziell fortgebildete Krankenschwestern auf die betroffenen Patienten.

CA Dr. Michael Glaßmeyer und Dr. George-Gabriel Jianu

Minimal-invasive Beckenbodenchirurgie

(02.05.2016) „Die Senkung der Gebärmutter, Scheidenvorfall und der oft damit einhergehender Kontrollverlust über Darm und Blase sind weit verbreitete Frauenleiden, die immer noch viel zu oft tabuisiert werden“, sagt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer vom St. Rochus-Hospital. „Dafür gibt es keinen Grund, denn die betroffenen Patientinnen können die verlorene Lebensqualität in vielen Fällen ohne große Belastung mit einer schonenden Operationstechnik zurückgewinnen.“

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„Lange zu warten und das Problem vor sich herzuschieben, ist keine gute Idee“, betont Dr. George-Gabriel Jianu. Der erfahrene Oberarzt ist ein Spezialist für laparoskopische Eingriffe. Bei diesen sogenannten Schlüssellochverfahren werden die Gewebeteile, die ihren Halt im Beckenboden verloren haben, mit endoskopischen Instrumenten über ganz kleine Schnitte in die Bauchdecke wieder dort fixiert, wo sie hingehören. Dabei kommen Kunststoffnetze zum Einsatz, die durch Befestigung am Knochen sicheren Halt bieten.

Der Beckenboden der Frau beherbergt den Dickdarm, die harnproduzierenden und harnableitenden Organe sowie die Geschlechtsorgane. Alle diese Strukturen werden durch einen komplizierten Halteapparat aus Bindegeweben, Bändern, Sehnen und Muskeln in Position gehalten. Im Alter oder in der Folge von schweren Geburten, angeborenen oder erworbenen Bindegewebsschwächen und anderweitigen ungünstigen Umständen lässt die Funktionstüchtigkeit dieser Strukturen nach. Es kommt zur Gebärmuttersenkung, zum Scheidenvorfall und schließlich häufig auch zu einem Kontrollverlust beim Harnabgang.

„Diese Situation wird für die betroffenen Frauen nicht besser, sondern wird mit der Zeit immer schlimmer“, erklärt Dr. Jianu. „Wir untersuchen die Frauen intensiv, um genau herauszufinden, mit welchem Verfahren ihnen am besten geholfen werden kann. Wann immer möglich und sinnvoll setzen wir dabei auf laparoskopische Methoden. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein kurzer stationärer Aufenthalt, eine schonende, wenig verletzende und kaum Narben hinterlassende Operation und eine schnelle Erholungsphase, nach der die Patientinnen meist unbeschwert wieder in ihren Alltag zurückkehren können.“

OA Dr. Klaus Kösters

Luftnot?

(18.04.2016) „Das Gefühl, keine Luft zu bekommen ist ausgesprochen beklemmend und angsteinflößend“, weiß Chefarzt Dr. Christian Szymanski von der Klinik für Innere Medizin am St. Rochus-Hospital. „Patienten mit solchen Symptomen sollten nicht lange zögern und zur Untersuchung ins Krankenhaus kommen.“

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„Abgesehen von Fällen wie beispielsweise bei einer starken Erkältung, in denen offensichtlich keine Lebensbedrohung vorliegt“, so Oberarzt Dr. Klaus Kösters, „ist eine unverzügliche Behandlung zur Linderung der Luftnot erforderlich. Gleichzeitig muss von vorneherein nach den Ursachen geforscht werden. Das geht am besten, wenn – wie in unserer Castroper Klinik – viele Spezialisten zusammenarbeiten.“

In der zentralen Notaufnahme am St. Rochus-Hospital stehen nach einer ersten Einschätzung und der Einleitung von Sofortmaßnahmen alle Möglichkeiten für eine umfassende internistische Abklärung der Ursachen zur Verfügung. Je nach Beschwerdelage erfolgen weitere kardiologische, pneumologische, radiologische und labortechnische Untersuchungen.

In seltenen Fällen muss ein Fremdkörper aus der Lunge entfernt werden. Meistens leiden die betroffenen Patienten unter einer Lungen- oder einer Herzerzerkrankung. Für die Diagnose ist es aber wichtig, auch andere Möglichkeiten wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut und viele weitere Erkrankungen in Betracht zu ziehen. Oftmals können die Probleme nach der Akutbehandlung durch die Einnahme von Medikamenten beherrscht werden. Als Tumorzentrum ist das St. Rochus-Hospital aber auch darauf eingestellt, schwer wiegende Erkrankungen schnell zu erkennen und einer adäquaten Therapie zuzuführen.

„In den meisten Fällen können wir die Luftnot weitgehend beheben“, sagt Dr. Kösters. „Wenn die Ursachen behandelt sind, verschwindet sie in vielen Fällen völlig. Umso früher die Patienten kommen, desto leichter wird es in der Regel, ihnen effektiv und nachhaltig zu helfen.“

Das Foto zeigt Oberärztin Heike Maleszka und Chefarzt Dr. Bernhard van Boxem.

Schmerzbehandlung im Krankenhaus

(18.4.2016) „Operative Eingriffe sind natürlich mit Schmerzen verbunden“, sagt Chefarzt Dr. Bernhard van Boxem, der Leiter der Intensivmedizin am Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Aber wir wissen in der Regel, welche Schmerzbelastung zu erwarten ist, und können bereits im Vorfeld und während der Operation Maßnahmen einleiten, die den Patienten entlasten und seine Situation erträglich gestalten.“

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„Die Schmerzempfindlichkeit ist eine sehr persönliche Angelegenheit“, weiß Oberärztin Heike Maleszka, die in der Kirchlinder Klink für die Behandlung akuter und chronischer Schmerzen die Verantwortung trägt. „Hinzu kommen individuelle Umstände wie Begleiterkrankungen, vorbestehende Schmerzmedikation, Alter und Mobilität. All diese Faktoren müssen bedacht werden, um dem Patienten im Zusammenhang mit einer Operation Schmerzen so weit wie möglich zu ersparen.“

Die Narkoseärzte und Schmerztherapeuten arbeiten nach festen Standards, die für alle vorkommenden Krankenhausbehandlungen geeignete Konzepte bereitstellen. „Erste Schritte zur Schmerzlinderung erfolgen – meist unbemerkt vom Patienten – schon während oder direkt nach dem operativen Eingriff“, erklärt die Oberärztin. „Das ist für den gesamten Genesungsprozess unverzichtbar“, ergänzt Dr. van Boxem. „Damit stellen wir sicher, dass der Patient schnell wieder auf die Beine kommt. So muss er zum Beispiel nach einem Bauchschnitt möglichst schmerzfrei atmen können, weil sonst das Risiko für Folgekomplikationen wie eine Lungenentzündung steigt. Und ein Patient, der mit einer Gelenkprothese versorgt worden ist, soll seinen Arm oder sein Bein schnell wieder bewegen können, damit das betroffene Gelenk mobil bleibt.“

Schmerztherapie ist kompliziert und muss individuell eingestellt werden. Deshalb muss der Patient manchmal mitarbeiten, um die für ihn richtige Dosis an Schmerzmitteln zu finden. Die Krankenhausärzte sind auf diese Fälle gut eingestellt. „Wir bieten Schmerzmittelpumpen, die die Patienten nach Bedarf selbst kontrollieren können, und stehen nach der Operation bereit, um die Therapie genau anzupassen oder wenn nötig auch umzustellen“, versichert der Chefarzt.

Das Bild zeigt CA Dr. Hinrich Böhner.

Schilddrüse kann in der Regel gut behandelt werden

(4.4.2016) „Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet, aber bösartige Veränderung kommen nur sehr selten vor“, sagt Chefarzt Dr. Hinrich Böhner vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Und selbst bei diesen Fällen handelt es sich meistens um differenzierte Schilddrüsenkarzinome, die sehr, sehr gut behandelt werden können.“

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Bei kleineren Tumoren muss nur der betroffene Teil der Schilddrüse entfernt werden. Größere Karzinome werden durch Komplettentfernung der Schilddrüsen in Kombination mit einer Radio-Jod-Behandlung therapiert. „Nicht jeder Knoten muss gleich operiert werden“, betont der Viszeralchirurg. „Bei kleinen Knoten, die nicht wachsen, würden wir eine Operation nur dann in Betracht ziehen, wenn die – fast immer unbegründete – Angst vor dem Krebs für den Patienten offensichtlich eine sehr große psychische Belastung bedeutet.“

Schilddrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten. Mit einem Anteil von ca. 70 Prozent sind Frauen von dieser Krankheit wesentlich häufiger betroffen als Männer. „Wir entscheiden heute viel differenzierter als früher, ob eine Operation nötig ist oder nicht“, sagt Dr. Böhner. Dafür gibt es klar umrissene Kriterien, bei denen der klinische Befund, die Symptome, die Größe und die Funktionalität der Knoten berücksichtigt werden. Auch das Alter des Patienten spielt eine Rolle.

Chirurgen, Internisten, Nuklearmediziner arbeiten eng zusammen, um die klinischen Symptome zu beurteilen. „Falls erforderlich operieren wir schonend und zurückhaltend“, erklärt der Spezialist, der seit fünfzwanzig Jahren das gesamte Spektrum der Schilddrüsenerkrankungen operiert. „Die Standards für Schilddrüsenzentren gewährleisten minimale Komplikationen bei maximaler Überwachung.“

Das Foto zeigt die Diabetesberaterin (DDG) Heike Nun-Bötzel

Mit dem Zucker gut leben

(18.03.2016) Diabetes ist ein großes Thema für die stationäre Patientenversorgung. Die Zahl der Betroffenen wächst in unserer älter werdenden Gesellschaft mit ihren veränderten Lebensgewohnheiten. „Am St. Rochus-Hospital sind wir darauf eingestellt, dass die Menschen über ihre akute Erkrankung hinaus häufig eine zusätzliche Diabeteserkrankung mitbringen“, sagt Pflegedirektor Stephan Cichon.

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Die Klinik verfügt über das Basiszertifikat für die diabetologische Versorgung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Unter der Leitung des Diabetologen Chefarzt Dr. Christian Szymanski kümmert sich ein eingespieltes Team um alle zuckerkranken Patienten. Herz und Seele der Expertengruppe ist die Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel, die die Betreuung der Betroffenen koordiniert.

Der Blutzucker wird standardmäßig bei jedem Patient getestet, der in das St. Rochus-Hospital aufgenommen wird. Bei bekannter Diabetes-Erkrankung oder auffallenden Zuckerwerten wird ein Tagesprofil erstellt. Auf dieser Grundlage entscheiden die Ärzte, ob und welche Maßnahmen zur Zuckereinstellung angemessen sind. Die Diabetesberaterin sorgt dann für die Umsetzung. Dabei stehen ihr auf jeder Station zwei diabetologisch geschulte Pflegekräfte zur Seite.

Die Patienten werden über die Erkrankung und ihre Konsequenzen aufgeklärt und beraten. Bei Bedarf und auf Anforderung durch die Ärzte spricht Heike Nun-Bötzel mit ihnen über ihre Krankengeschichte, über Diabeteserkrankungen in der Verwandtschaft sowie über die Lebensumstände und den Alltag des Patienten. „Es kommt uns darauf an, den Patienten so einzustellen, dass er gut und so normal wie möglich mit seinem Diabetes leben kann“, sagt die Diabetesberaterin. „Deshalb erhält er auch im Krankenhaus keine besondere Diät. Wir erwarten keine Umstellung der Ernährung oder der Lebensweise, sondern passen die Medikation an die Verhältnisse des Patienten an.“

Dabei wird natürlich schon darauf hingewiesen, dass Ernährung und Lebensweise einen erheblichen Einfluss auf den Zuckerstatus haben. Wer sich darauf einstellt, kann zum Beispiel von einer Insulintherapie wieder wegkommen. Aber nicht jeder möchte dies und es ist auch nicht jeder dazu in der Lage. Dann erarbeitet das Diabetes-Team eine der individuellen Situation angepasste Therapieform, auf die der Betroffene eingestellt wird.

Intensivmediziner, Kardiologe, Gefäßchirurg und Plastischer Chirurg ergänzen das Diabetes-Team. In enger Zusammenarbeit und interdisziplinärem Austausch haben sie ein Auge auf Vorbeugung, Vermeidung und gegebenenfalls Behandlung der gefährlichen Folgeerkrankungen des Diabetes wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Durchblutungsstörungen, Nervenschädigungen, Stoffwechselentgleisungen und Fußverletzungen.

Das Foto zeigt CA Dr. Ralf Kötter und CA Dr. Hinrich Böhner.

Zehn Jahre Darmzentrum Ruhr

(7.3.2016) Seit nunmehr zehn Jahren behandeln die Ärzte des Darmkrebszentrums Ruhr an den integrierten Standorten Kath. Krankenhaus Dortmund-West und St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel Patienten mit Darmkrebs. Insgesamt sind in diesen zehn Jahren rund 3000 Kolonkarzinome und etwa 1000 Rektumkarzinome in dem onkologischen Versorgungsverbund operiert worden.

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„Die die Entwicklung seit 2002 bis heute zeigt, dass die Zahl der Darmkrebsneuerkrankungen sinkt und die Sterblichkeit beim Kolonkarzinom zurückgeht“, berichtet der Viszeralchirurg Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. „Die leicht rückläufige Tendenz führen wir auf die Koloskopie-Vorsorge zurück. Die Patienten kommen vermehrt mit Krankheitsstadien, die noch nicht so weit fortgeschritten sind und mit guten Erfolgsaussichten operiert werden können.“

„Es wird deutlich“, ergänzt Chefarzt Dr. Ralf Kötter vom Katholischen Krankenhaus Dortmund-West, „dass die Vorsorge funktioniert, obwohl nicht alle hingehen. Die Teilnahme liegt bei Frauen nur bei etwa 30 Prozent, bei Männern noch darunter. Dabei haben wir mit der vorsorglichen Darmspiegelung eine Methode an der Hand, um Krebsvorstufen rechtzeitig zu finden und zu entfernen. Viele Darmkrebserkrankungen werden darüber hinaus entdeckt, wenn Patienten aufgrund unklarer Bauchbeschwerden oder eines schlechten Allgemeinzustandes zur Untersuchung ins Krankenhaus eingewiesen werden.“

Das an den Standorten Kath. Krankenhaus Dortmund-West und St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel angesiedelte Darmkrebszentrum ist im vergangenen Herbst erneut rezertifiziert worden. Das bedeutet, dass alle Anforderungen an eine gute Versorgung der Patienten mit unabhängig beurteilten Ergebnissen erfüllt werden. „Die kontinuierliche Arbeit im Darmzentrum zeichnet sich aus“, konstatiert Dr. Böhner. „In der Bevölkerung und bei unseren niedergelassenen Kollegen wird wahrgenommen, dass wir gute Arbeit leisten.“

Die Kliniken der St. Lukas Gesellschaft sind Gründungsmitglieder des Darmzentrums Ruhr, das 2006 als bundesweit erstes Versorgungszentrum dieser Art von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert worden ist.