Mit Herz und Kompetenz
in der Klinik für Urologie!

Kurzprofil zur Klinik

Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Oliver Moormann werden Erkrankungen der männ­lichen Geschlechts­organe sowie der Harn­wege bei Frauen und Männern behandelt. Gut- und bös­artige Er­krankungen gehören ebenso zum Spektrum wie Stein­leiden und Kontinenz­probleme.

Diagnostik und Therapie für Mann und Frau

Unsere Fachärzte eröffnen Ihnen das weite, heute verfügbare Feld diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten in der Urologie. Die Behandlung richtet sich nach den aktuellen Leitlinien der deutschen, europäischen Gesellschaft für Urologie sowie internationalen Richtlinien.

Für Diagnosen und Therapien stehen moderne Ultraschall-Verfahren, strahlungsarme, digitale Röntgentechnik, das Spektrum der endoskopischen Methoden sowie Stoßwellen und Lasertechnik zur Verfügung. Wenn es die individuelle Situation des Patienten zulässt, können minimal-invasive

Verfahren eingesetzt werden, die entweder natürliche Körperöffnungen für endoskopische Eingriffe oder kleine Schnitte für laparoskopische Eingriffe (Bauchspiegelungen) nutzen.

 

Die Therapie bösartiger Erkrankungen erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Onkologen und Strahlentherapeuten und umfasst neben der großen Tumorchirurgie ebenso die Strahlentherapie und die Chemotherapie sowie eine psychoonkologische Betreuung. Die optimale Therapiestrategie wird interdisziplinär im Rahmen von Fallbesprechungen in der wöchentlichen Tumorkonferenz festgelegt.

Unser Ärzte-Team

Tel.: (0231) 4342-2401

Chefarzt

Dr. med. Oliver Moormann
Dr. med. Oliver Moormann

 

Leitender Oberarzt

Reinhold Böttrich
Reinhold Böttrich

 

Oberarzt

Dr. med. Frantisek Kunec
Dr. med. Frantisek Kunec

 

Oberarzt

Gabriel Besong
Gabriel Besong

 

Erkrankungen der Prostata

Die Prostata ist ein geschlechtsspezifisches Drüsenorgan des Mannes, das bei der Ejakulation über Ausführgänge ein Sekret in die Harnröhre abgibt. Darüber hinaus sezernieren bestimmte Zellen der Prostata das prostataspezifische Antigen, das als Laborparameter eine wichtige Rolle für die Diagnose von Erkrankungen des Organs spielt. Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses kann sich die Prostata verändern, was zu Beschwerden beim Wasserlassen führen kann. Der Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes.

Behandlung des Prostatakarzinoms

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes, nahezu jeder fünfte Mann ist im Laufe seines Lebens betroffen. Wenn der Krebs im Frühstadium erkannt wird, bestehen sehr gute Heilungschancen. Die Therapie erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Ihrem niedergelassenen Urologen, Onkologen und Strahlentherapeuten und umfasst neben der großen Tumorchirurgie ebenso die Strahlentherapie und die Chemotherapie sowie eine psychoonkologische Betreuung. Die optimale Therapiestrategie wird individuell im Rahmen von Fallbesprechungen in der wöchentlichen Tumorkonferenz festgelegt. Mitunter ist die Entscheidung über die richtige Therapie schwierig. Sie können gerne auch für eine zweite Meinung mit uns Kontakt aufnehmen.

Prostatakrebsbehandlung in der Katholischen St. Lukas Gesellschaft

Prostatabiopsie

Wenn ein verdächtiger Tastbefund oder ein erhöhter PSA-Wert vorliegt, sollte eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht werden, um ein Prostatakarzinom sicher ausschließen bzw. gegebenenfalls diagnostizieren zu können. Der Eingriff geht schnell und ist schmerzfrei. Die Gewebeentnahme erfolgt unter Lokalanästhesie. Unter Ultraschallkontrolle werden über den Enddarm mit Hilfe einer Hohlnadel systematisch zwölf Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata entnommen. Vor und nach der Biopsie müssen Antibiotika eingenommen werden, um eine Prostataentzündung zu verhindern.

Operative Verfahren

Die sicherste Methode zur Heilung eines räumlich begrenzten Prostatakarzinoms ist die komplette Entfernung des Organs. Dieses Verfahren wird seit über 20 Jahren routinemäßig eingesetzt. Dabei ist es vor allem in Bezug auf die Erhaltung von Kontinenz und Potenz fortwährend verbessert worden. Mikrochirurgische Methoden erlauben es in den meisten Fällen, unter Einsatz einer Lupenbrille Verletzungen der für die Gliedversteifung zuständigen Nerven zu vermeiden.

Je nach Situation des Patienten und dem Stadium des Tumors kann die Operation offen über einen Bauch- oder Dammschnitt erfolgen oder laparoskopisch, also durch Bauchspiegelung mit Hilfe von Endoskopen und Videotechnik durchgeführt werden. Bei der totalen Entfernung der Prostata wird die Vorsteherdrüse samt des sie durchlaufenden Abschnitts der Harnröhre sowie den Samenbläschen, den Samenleitern und eines Teils des Blasenhalses herausgeschnitten. Anschließend werden die Harnröhrenabschnitte wieder miteinander verbunden. Noch während der Operation erfolgt die feingewebliche Untersuchung durch den Pathologen.

Durch die Operation wird der Muskel geschwächt, der für den Verschluss der Blase zuständig ist. Es kommt zu einer vorübergehenden Inkontinenz. Durch Training der Muskulatur sind allerdings mehr als 95 Prozent der Männer spätestens nach zwölf Monaten wieder in der Lage, den Urin zu halten. Durch die nervenschonende Vorgehensweise kann die Potenz nach einer Prostatakrebsoperation bei bis zu 80 Prozent der Betroffenen erhalten werden.

Hoch intensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

Der Einsatz von hoch intensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) ist eine Alternative für Patienten, bei denen die Operation eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms nicht in Frage kommt oder die sich aus persönlichen Gründen gegen eine Operation entscheiden. Die Methode kann auch eingesetzt werden, wenn nach einer Strahlentherapie erneut ein Prostatakrebs auftritt.

Die hochenergetischen Ultraschallwellen werden durch einen Schallkopf im Enddarm erzeugt und auf das Tumorgewebe fokussiert. Während des etwa zweistündigen Eingriffs werden die tumorbefallenen Areale computergesteuert millimetergenau zerstört. Der schonende Eingriff ist wiederholbar und steht einem gegebenenfalls nachfolgenden Operation oder Bestrahlung nicht im Wege.

Bestrahlungen

In manchen Fällen stellt die Strahlentherapie eine ebenbürtige Alternative zur operativen Behandlung des Prostatakarzinoms dar. Bei der äußerlichen Strahlenbehandlung erfolgt über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen eine tägliche ambulante Bestrahlung. Eine Variante ist die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT), bei der zur Verbesserung der Langzeitansprechraten eine besonders hohe Strahlendosis eingesetzt wird. Da die Bestrahlung nicht nur die Prostata trifft sondern auch benachbarte Organe wie Blase und Enddarm, können Probleme beim Wasserlassen, Blut- und Schleimbeimengungen im Stuhl und Durchfälle als Nebenwirkungen auftreten. In den meisten Fällen sind diese unerwünschten Effekte aber zeitlich begrenzt.

Die Brachytherapie ist eine innere Anwendung der Strahlentherapie. Dabei werden computergesteuert unter Ultraschallkontrolle und mit Hilfe von Hohlnadeln über den Damm sogenannte Seeds in der Prostata platziert. Seeds sind etwa reiskorngroße Stifte, die radioaktiv strahlendes Jod enthalten. Sie verbleiben in der Prostata und geben ihre Strahlungsenergie langsam über einen Zeitraum von etwa einem Jahr ab. Umgebende Personen sind dadurch nicht gefährdet. Die Brachytherapie bieten wir in Kooperation mit der Urologischen Klinik des Marien-Krankenhauses Bergisch Gladbach, einem der größten Zentren für Brachytherapie in Deutschland, an.

Hormonbehandlung

Wenn das Prostatakarzinom bereits Metastasen gebildet hat, reicht die Prostataentfernung als Behandlung nicht aus. Dann kommt die Hormontherapie als Methode in Betracht, die auf den ganzen Körper einwirkt. Weil das männliche Sexualhormon Testosteron und seine Abbauprodukte Wachstumsfaktoren für den Prostatakrebs sind, beruht das Prinzip der Methode darauf, die Testosteron-Wirkung zu unterdrücken. Dafür stehen sowohl Hormondepotspritzen in die Unterhaut als auch Antiandrogene in Tablettenform zur Verfügung.

Chemotherapie

Die Chemotherapie, also die Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum der Tumorzellen verhindern sollen, kommt zum Einsatz, wenn weder Hormon- noch Strahlenbehandlung den gewünschten Erfolg zeigen. Die Medikamente werden nach einem festen Plan über einen längeren Zeitraum in Zyklen verabreicht. Dabei wechseln Anwendungsphasen mit Erholungspausen, die erforderlich sind, um Nebenwirkungen gering zu halten. Art und Intensität der Nebenwirkungen sind individuell verschieden. Es stehen heute sehr gute Medikamente zur Verfügung, die unerwünschte Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen wirksam unterdrücken.

Behandlung der gutartigen Prostata-Vergrößerung

Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses kann sich die Prostata deutlich vergrößern. Die Folge können Probleme wie häufiges Wasserlassen und schwacher Harnstrahl sein, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Funktion der Harnblase und der Nieren haben können. Ist die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wird das überschüssige Prostatagewebe operativ entfernt. Die meisten Eingriffe werden minimal-invasiv über die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P) durchgeführt. Im Einzelfall kann eine offene Operation sinnvoller sein. Die Therapieentscheidung hängt von den Wünschen des Patienten und seiner individuellen Situation ab.

Prostatabiopsie

Wenn ein verdächtiger Tastbefund oder ein erhöhter PSA-Wert vorliegt, sollte eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht werden, um ein Prostatakarzinom sicher ausschließen bzw. gegebenenfalls diagnostizieren zu können. Der Eingriff geht schnell und ist schmerzfrei. Die Gewebeentnahme erfolgt unter Lokalanästhesie. Unter Ultraschallkontrolle werden über den Enddarm mit Hilfe einer Hohlnadel systematisch zwölf Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata entnommen. Vor und nach der Biopsie müssen Antibiotika eingenommen werden, um eine Prostataentzündung zu verhindern.

Medikamentöse Therapie

Die ersten Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung werden vom niedergelassenen Urologen medikamentös behandelt. Hierfür steht ein breites Spektrum unterschiedlicher Wirkstoffe zur Verfügung, mit denen die Beschwerden oft lange Zeit effektiv unter Kontrolle gehalten werden können.

Operative Verfahren

Bei drei von zehn Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung ist ein operativer Eingriff erforderlich. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe von innen abgetragen. Es stehen verschiedene minimal-invasive Verfahren zur Verfügung, bei denen ein sehr dünnes, röhrenartiges Instrument mit einer Optik über die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P) eingeführt wird.

Für diese sogenannte Prostataschälung können unterschiedliche Techniken eingesetzt werden. Wir bieten unter anderen die Verdampfung des Gewebes mit Hilfe einer Elektrode (bipolare Resektion in Kochsalzlösung, TURis) oder durch Lasertechnik (Laser-TUR) an. Bei sehr großen Prostataveränderungen kann die Entfernung über einen kleinen Bauchschnitt eine bessere Alternative darstellen, die dann eine schnellere Heilungsphase ermöglicht und die Harnröhre schont.

Steinleiden

Harnsteine entstehen in der Regel in der Niere. Wenn sie von dort in den Harnleiter wandern und den Harnabfluss behindern, sind starke Schmerzen die Folge. Besteht die Blockade (Harnstauungsniere) über längere Zeit, gehen die Schmerzen zwar meist zurück, aber die Niere kann unbemerkt und unwiederbringlich ihre Funktion verlieren. Kommt es zu einer Infektion der blockierten Niere kann eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Urosepsis) entstehen. Für die Behandlung von Harnsteinen steht neben der neuesten Stoßwellentechnik die in Kombination mit einer Harnleiter- / Nierenbeckenspiegelung verstärkt zum Einsatz kommende Lasertechnik zur Verfügung, die meist sofort zu Steinfreiheit führt. Die Behandlung erfordert in der Regel keinen langen Krankenhausaufenthalt.

Harnsteinzertrümmerung (ESWL)

Die Klinik für Urologie verfügt über die modernste Technologie zur Zertrümmerung von Nierensteinen. Das System aus 3D-Kamera, frei beweglicher Ultraschallsonde und Infrarotsender erlaubt eine punktgenaue Ortung der Steine. Die Positionsdaten werden über den integrierten PC an den Tisch weitergeleitet, von dem aus die automatische Fokussierung gesteuert wird.

Zur Behandlung wird der Patient auf einem Tisch gelagert. Die Stoßwelle wird über ein flüssigkeitsgefülltes Kissen an den Körper herangeführt und der fokussierte Impuls entlädt seine Energie konzentriert auf den Stein. Dabei entstehen Kräfte, die den Stein zu Sand zerbröseln, der dann auf natürlichem Wege abgeleitet wird. Die Behandlung ist fast schmerzfrei, eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich.

Minimal-invasive Verfahren mit Endoskopen und Laser

Die endoskopische Entfernung von Steinen in Niere oder Harnleiter ist das Verfahren, das schnellstmögliche Steinfreiheit verspricht. Meistens kann im Rahmen einer Harnleiter- und Nierenspiegelung (Ureterorenoskopie) der Stein von innen aufgesucht werden, selten ist eine Punktion der Niere durch die Haut (perkutane Nephrolithotomie, PCNL) erforderlich. Bei beiden Verfahren werden die Steine zerkleinert und mit Bergekörbchen entfernt. Im Zuge des operativen Eingriffs kann eine Holmium-YAG Lasersonde eingesetzt werden, die mit hoher Pulsenergie auch größere und härtere Steine zertrümmern kann.

Erkrankungen der Niere

Nierenbeckenabgangsenge

Die Verengung des Nierenbeckenabgangs ist in der Regel eine angeborene Erkrankung. Im Lauf des Lebens kann die Verengung durch Wachstumsvorgänge oder Entzündungen fortschreiten. Die geeignete Form der Korrektur wird in jedem Einzelfall festgelegt. Meistens sind eine Entfernung der Verengung und eine Wiederherstellung mit feinen Instrumenten und Nähten erforderlich. Der Eingriff erfolgt hier fast immer laparoskopisch, also mit Endoskopen im Zuge einer Bauchspiegelung, durchgeführt werden. In seltenen Fällen sollte die Operation über einen Flankenschnitt erfolgen (offene Nierenbeckenplastik).

Nierentumor

Nierenkrebs gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen. Eine Heilung ist in vielen Fällen möglich. Bei der operativen Entfernung des Tumors kann der gesunde Teil der befallenen Niere bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten erhalten werden. Ob dies sinnvoll ist, muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Wenn eine ganze Niere entfernt wird, kann die zweite gesunde Niere deren Funktion mit übernehmen.

Die Tumorentfernung kann durch Bauchspiegelung (laparoskopisch) erfolgen. Dabei wird die Niere beziehungsweise das befallenen Nierengewebe mit Hilfe von endoskopischen Instrumenten unter Videokontrolle herausgeschnitten und in einem speziellen Bergebeutel entfernt. Bei sehr großen Tumoren oder wenn der Tumor die großen Blutgefäße befallen hat, ist eine offene Operation über einen Bauchschnitt erforderlich. Eine medikamentöse Therapie (Immuntherapie, Chemotherapie) ist zu erwägen, wenn der Nierentumor bereits Metastasen an anderen Stellen im Körper gebildet hat. Diese Behandlung wird von unseren kooperierenden Onkologen angeboten.

Blasenkrebs

Ein Blasenkarzinom entsteht in der Schleimhaut der Harnblase. Meistens geht der Erstdiagnose durch eine Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie) eine schmerzlose Blutung aus dem Harntrakt voraus. Bei oberflächlichen Blasenkarzinomen besteht eine Heilungschance von mehr als 90 Prozent. Die Behandlung erfolgt in der Regel unter Erhaltung der Harnblase. Im Anschluss an die endoskopische Entfernung des Tumors durch die Harnröhre (transurethrale Resektion des Blasentumors, TUR-Blase) erfolgt abhängig vom Tumorstadium gegebenenfalls eine Blasenspülung mit speziellen Substanzen, die das Tumorwachstum hemmen (Instillationstherapie). Bei aggressiven Krebsformen kann unter Umständen eine vollständige Entfernung der Harnblase und der zugehörigen Lymphknoten angeraten sein. Moderne operative Techniken des Harnblasenersatzes ermöglichen dennoch weiterhin eine gute Lebensqualität.

Transurethrale Resektion des Blasentumors (TUR-Blase)

Eine Sonde mit Elektrode oder Laser an der Spitze wird einschließlich der dazugehörigen Videooptik über die Harnröhre bis zur Blase vorgeschoben. Dort wird der Krebs entweder wird durch einen Hochfrequenzstrom oder durch Laserlicht vollständig abgetragen. Manchmal kann es sinnvoll sein, vorher einen Farbstoff in die Blase einzubringen, um Tumore noch besser zu erkennen (Photodynamische Diagnostik und Therapie, PDD). Das betroffene Gewebe wird anschließend histologisch untersucht. Die weitere Behandlung hängt von Tumorart und- stadium sowie der Eindringtiefe in die Blasenwand und möglichen Metastasen ab. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen notwendig: Röntgen des Brustraum, wenn nötig auch eine CT-Untersuchung des Brust- und Bauchraumes sowie bei Verdacht auf Metastasen eine Skelettszintigraphie.

Entfernung der Harnblase

Bei aggressiven Tumoren wird die Harnblase entweder offen-chirurgisch oder durch Bauchspiegelung komplett entfernt. Wichtig ist die präzise, vollständige Entfernung von Blase, Prostata und den zugehörigen Lymphknoten. Wir beachten streng die Empfehlungen der European Association of Urology. Im Zusammenhang mit der Entfernung der Harnblase wird auch die Anlage einer Ersatzharnblase erforderlich.

Harnblasenersatz

Für den Harnblasenersatz stehen gut etablierte Verfahren zur Verfügung, die regelmäßig zum Einsatz kommen. Es ist heute möglich, jedem Patienten eine maßgeschneiderte Lösung für seine individuelle Situation anzubieten.

Die kontinente Ersatz-Harnblase mit Harnröhrenanschluss ist die von vielen Patienten bevorzugte Lösung. Aus ca. 50 cm Dünndarm wird eine neue Harnblase geformt und an die Harnröhre und die Harnleiter angeschlossen. Nach einer Übergangszeit kann der Patient bzw. die Patientin wieder weitgehend normal auf natürlichem Wege Wasser lassen.

Die kontinente Ersatz-Harnblase mit Bauchnabelanschluss steht für Patienten zur Verfügung, bei denen der Schließmuskel oder die Harnröhre vom Tumor betroffen ist und entfernt werden muss. Die Ersatzblase wird dicht an den Nabel angeschlossen und wird durch manuelle Betätigung (Selbstkatheterismus) entleert.

Die Sigma-Rektum-Blase die älteste Form der kontinenten Ersatzblase. Dabei wird der Urin wird in den Dickdarm eingeleitet und dort gesammelt. Ausscheidung bzw. Kontinenz hängen von einem funktionierenden Schließmuskel ab. Die Sigma-Rektumblase ist eine gute, zuverlässige Methode, die jedoch nur noch in Ausnahmefällen angewandt wird.

Ein Ileum Conduit ist die Standard-Lösung für die wenigen Patienten, bei denen eine kontinente Harnableitung nicht in Frage kommt. Der Urin wird über ein kurzes Dünndarmstück auf die Bauchhaut geleitet und dort in einem speziellen Beutel (Stomabeutel) aufgefangen. Das Stoma liegt vorzugsweise im rechten Unterbauch. Die Stomaversorgung ist absolut unauffällig, geruchsfrei und ermöglicht Fernreisen und sogar Schwimmbadbesuche.

Kontinenzzentrum

Vier bis fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Inkontinenz. Der unkontrollierte Abgang von Urin oder Stuhl schränkt ihre Lebensqualität und insbesondere ihr Sozialleben sehr stark ein. Obwohl bei Frauen, Männern und auch Kindern weit verbreitet sind die Beschwerden leider immer noch oft ein Tabuthema. Dabei kann den meisten Menschen bei ihren Problemen geholfen werden.

Die Kontrolle über Blasen- und Darmentleerung hängt sehr stark vom korrekten Zusammenspiel der Organe und Bindegewebe im Beckenraum ab. Häufig liegen komplexe Störungen vor, die den Blick über die Grenzen einzelner medizinischer Fachgebiete hinaus erfordern. Eine effektive Diagnostik und Therapie von funktionellen Erkrankungen der Harnwege und des Darms ist dementsprechend nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit möglich.

Im Kontinenzzentrum am St.-Josefs-Hospital kümmern sich deshalb Gynäkologen, Urologen und Chirurgen gemeinsam um die Betroffenen. Alle Patienten mit interdisziplinärem Klärungsbedarf werden nach den ambulant

durchgeführten, vorstationären Untersuchungen innerhalb einer Woche im Rahmen von Fallbesprechungen vorgestellt.

Hier stimmen die beteiligten Fachärzte eine gemeinsame Therapiestrategie ab, die schriftlich festgehalten und dem einweisenden Arzt zugestellt wird. Die Patienten können die vorgeschlagenen Therapiemöglichkeiten dann gemeinsam mit ihrem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen besprechen und erhalten, wenn sie es wünschen, einen Behandlungstermin im Krankenhaus.

Kontinenzzentrum am St.-Josefs-Hospital

Notfälle in der Urologie

Bestimmte akute Erkrankungen in der Urologie erfordern eine unverzügliche diagnostische Abklärung und sofortige therapeutische Maßnahmen. Zu diesen Krankheitsbildern gehören insbesondere:

  • Harnverhalt, die Unfähigkeit Wasser zu lassen
  • Nierenkoliken
  • akute schmerzhafte und schmerzlose Blutungen aus der Harnröhre
  • plötzlich aufgetretene Schmerzen im Hoden

Im Notfall kommen Sie rund um die Uhr in unsere Notfallambulanz.

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So erreichen sie uns

Klinik für Urologie

Sekretariat:

Sabrina Kohlmann: (0231) 4342-2401
urologie.josefs@lukas-gesellschaft.de

Stationen:

Station U1: (0231) 4342-2410

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