Pressemeldungen - Archiv

Februar 2016

Das Foto zeigt OA Dr. Marco Sträter

Beckenbruch - Es gibt Schlimmeres

(15.02.2016) Manchmal braucht es nicht viel: Ein wenig beachteter, vielleicht auch ein nicht zugegebener Plumps auf den Podex kann Folgen haben, die niemand bedenkt. „Bei Osteoporose im Alter führt dies oftmals dazu, dass der hintere Beckenring bricht“, sagt Dr. Marco Sträter vom St. Rochus-Hospital. „Die Betroffenen klagen vielleicht über Rückenschmerzen, aber es kann dauern, bis die richtige Diagnose gefunden wird.“

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Beckenfrakturen sehen die Unfallchirurgen der Castroper Klinik bei älteren Leuten gar nicht selten. Meistens ist der vordere Ringanteil gebrochen. Weil die Stabilität des Beckenrings dadurch in der Regel nicht beeinträchtigt wird, ist oft keine Operation erforderlich. Die Patienten erhalten eine Schmerzmittelversorgung, bleiben mobil und der Bruch verheilt von alleine.

Bei mehr als einem Viertel der betroffenen Patienten ist allerdings gleichzeitig auch der hintere Beckenrandanteil gebrochen. „Auf dem Röntgenbild kann man das häufig nicht erkennen“, erklärt der Leitende Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. „Die Beschädigung des hinteren Ringabschnitts schafft aber eine instabile Situation, die gerade bei älteren Menschen, die den Bruch nicht richtig entlasten können, behandelt werden sollte. Das Becken wird durch eine Verschraubung wieder stabilisiert. Darum untersuchen wir gründlich und stellen mit einer CT-Aufnahme fest, ob eine instabile Fraktur vorliegt oder nicht.“

Der erforderliche Eingriff ist gar nicht so aufwändig. Die Schrauben werden über kleine Schnitte in den Pobacken eingeführt und im Knochen befestigt. Für Osteoporose-Patienten, bei denen die Schrauben wegen des brüchigen Knochenmaterials nicht richtig festgezogen werden können, gibt es spezielle Hohlschrauben, durch die zur Stabilisierung Zement eingefüllt werden kann.

„Die Patienten können schon am ersten Tag nach dem Eingriff wieder aufstehen und berichten über eine deutliche Schmerzlinderung“, sagt Dr. Sträter. „Es ist wichtig, dass sie nach der Operation sofort wieder in Bewegung kommen und ihre Alltagskompetenz zurückerlangen. Damit das gut klappt, kümmern wir uns auch um eine rasche Anschlussrehabilitation.“

Das Foto zeigt OA Dr. Marco Sträter

Schnell auf die Beine nach Hüft-OP

(15.02.2016) Gangunsicherheit und Schwindel sind Altersleiden, mit denen viele Senioren leben müssen. Die Gefahr, zu stürzen, ist groß. Schnell ist etwas gebrochen, meist im Bereich der Hüfte. „Schlimmer noch als der Bruch selbst ist es, wenn die Leute dann ans Liegen kommen“, sagt Dr. Marco Sträter, der Bereichsleiter der Unfallchirurgie am Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Frühmobilisation hat bei uns nach der Operation die oberste Priorität, damit gerade ältere Menschen rasch wieder auf die Beine kommen.“

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Am besten ist es, wenn die Patienten gleich am ersten Tag nach der Operation unter Vollbelastung aufstehen können. „Das ist in vielen Fällen sehr gut möglich“, betont Dr. Sträter. Denn in der überwiegenden Anzahl der Fälle liegt eine Schenkelhalsfraktur oder ein hüftgelenknaher Bruch des Oberschenkelknochens vor. Wenn der Schenkelhals gebrochen ist, kann in der Regel eine sogenannte Halbprothese eingesetzt werden, deren Schaft einzementiert wird. Wenn der Oberschenkelknochen in der Nähe des Schenkelhalses gebrochen ist, wird der Knochen mit einem speziellen Nagelsystem fixiert, das die Druckbelastung beim Stehen und Gehen auffängt.

„Die Patienten erhalten ausreichend Schmerzmittel, so dass sie ihrem Zustand entsprechend an Unterarmgehstützen oder mit Unterstützung anderer Gehhilfen das Laufen unter Vollbelastung trainieren können“, erklärt der Bereichsleiter. „Wir Ärzte stehen in engem Kontakt mit den Physiotherapeuten, die mit ihrer Erfahrung sehr genau wissen, wo die Möglichkeiten und Grenzen des Patienten liegen.“

Hüftoperationen werden möglichst zeitnah durchgeführt, damit gerade ältere Menschen möglichst wenig von ihrer Mobilität einbüßen. Im Anschluss an die Akutversorgung organisiert das Krankenhaus eine Komplexrehabilitation, in der die Patienten wieder für ihren Alltag fit gemacht werden. „Wir kooperieren mit umliegenden Kliniken, die solche Reha-Maßnahmen anbieten“, sagt Dr. Sträter. „Der schnelle Übergang ist uns wichtig, damit unsere Patienten ihre Unabhängigkeit aufrecht erhalten können und nicht in eine Situation geraten, in der sie auf Pflege angewiesen sind.“

Chefarzt Dr. Hinrich Böhner

Durchblutungsstörung der Beine

(01.02.2016) Schmerzen beim Gehen sind das typische Symptom einer fortgeschrittenen Durchblutungsstörung der Beine. Doch etwa zwei Drittel der Betroffenen – vor allem Diabetes-Patienten – zeigen diese Symptomatik überhaupt nicht. Deshalb, so warnt der Chefarzt Dr. Hinrich Böhner von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am St. Rochus-Hospital, wird die oft folgenreiche Erkrankung häufig erst sehr spät erkannt.

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„Ursache der Durchblutungsstörung ist die Verkalkung der Schlagadern, die sich bei jedem sechsten Bürger im Laufe des Lebens einstellt und mit zunehmendem Alter voranschreitet“, erklärt der Gefäßspezialist. „Besonders betroffen sind Raucher mit gesundheitsgefährdenden Werten beim Blutzucker, bei den Blutfetten oder beim Blutdruck. Diese Patienten leiden in der Regel gleichzeitig unter Veränderungen der Herzkranzgefäße und der Halsschlagadern. Deshalb sind Herzinfarkt und Schlaganfall häufige zum Tode führende Komplikationen der Durchblutungsstörung in den Beinen.“

Die Verkalkung der arteriellen Blutgefäße führt zu Engstellen und auf die Dauer zum Versiegen der Blutversorgung in den betroffenen Geweben. In den Beinen äußert sich dies oft zunächst mit Einschränkungen beim Gehen, schließlich mit Ruheschmerzen und am Ende durch absterbendes Gewebe und offene Wunden. Dann droht Fuß- oder gar Beinverlust.

„Die Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit erfordert ein schlüssiges Gesamtkonzept, das mit dem Patienten und verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abgestimmt werden sollte“, erläutert Dr. Böhner. „Eine Heilung ist nicht möglich, aber die Verschlechterung der Situation kann erheblich hinausgezögert werden. Ziel ist immer der Beinerhalt, die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. An erster Stelle der Maßnahmen stehen medikamentöse Therapien zur Einstellung von Blutzucker, Blutfetten und Blutdruck sowie der Verzicht auf das Rauchen, gefolgt von einem Gehtraining. Allein dadurch können viele Patienten über lange Zeit stabilisiert werden.“

Wenn all dies nicht mehr zum Erfolg führt, sind interventionelle Eingriffe zur Aufdehnung oder Stabilisierung der Blutgefäße oder operative Maßnahmen zur Ausschälung oder Umgehung der Engstellen nicht zu vermeiden. Kompliziert wird es, wenn der Extremitätenverlust droht. „In Kooperation mit den Spezialisten der im Februar an den Start gehenden neuen Klinik für Plastische Chirurgie am St. Rochus-Hospital können wir diesen Patienten demnächst neue Möglichkeiten der Versorgung anbieten“, erklärt Dr. Böhner. „Amputationen können vermieden werden, wenn der Gefäßchirurg das betroffene Gewebe entfernt, die Durchblutung sicherstellt und der Plastische Chirurg anschließend die Wunde durch Gewebetransplantation wieder verschließt.“